Die Problematik von Lieferrückstand im Lager

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Tags: Blog, Einkauf & Nachschub, Tipps & Tricks

Daniel Fritsch   28 Oktober 2015


Inhaltsverzeichnis

  1. Das neue Konsumverhalten der Kunden fordert die Anbieter
  2. Lieferrückstand Definition & Bedeutung
  3. Was gegen einen Lieferrückstand unternommen werden kann
  4. Die Herausforderung für Lieferanten und Anbieter

Das neue Konsumverhalten der Kunden fordert die Anbieter

Durch die Globalisierung und das Internetzeitalter hat sich das Verhältnis zwischen dem Anbieter und dem Konsumenten drastisch verändert. Das Verhalten der Konsumenten hat sich weiter entwickelt vom passiven Abnehmer zum aktiven Nachfrager, worauf die Anbieter in den letzten Jahren reagieren mussten. Früher war die Sachlage viel einfacher und übersichtlicher, da der Kunde nur ein begrenztes Angebot wahrnehmen konnte. Wollte er ein bestimmtes Produkt erwerben, wandte er sich an die dafür zuständigen ortsansässigen Anbieter, die dieses Produkt im Angebot geführt haben. Er hatte keine Chance, sich im Internet etwas von weit entfernten Anbietern zu bestellen, oder sich gar im Ausland auf die Suche nach einem ähnlichen und günstigeren Produkt zu machen. Er war also der passive Abnehmer, der aus einem deutlich kleinen Angebot wählen musste und keine Alternativen dazu wahrnehmen konnte. Ein sehr deutliches und, zugegebenermaßen, nicht völlig vergleichbares Beispiel, sind die Autobestellungen in der ehemaligen DDR. Wer damals ein Auto wollte, hatte keine Auswahl und bestellte einen Trabi, auf den sie teilweise jahrelang warten mussten. Ein für heute völlig unvorstellbares Szenario. Heutzutage entscheidet der Kunde, welches Produkt er erwerben möchte, von welchem Anbieter er es kauft und auch wann er es bekommt. Er wurde also zum aktiven Nachfrager und dabei ist es völlig egal, ob es sich um eine eher kleinen Einkauf handelt, oder um eine größere Anschaffung. Die Anbieter stehen also mehr denn je in Konkurrenz und in einem Wettbewerb zueinander, da der regionale und eingeschränkte Bezug weg gefallen ist. Versetzen Sie sich in die Lage eines Konsumenten, der ein bestimmtes Produkt kaufen möchte. Sie schauen sich vielleicht in den Läden Ihrer Umgebung um und vielleicht auch gleichzeitig noch im World Wide Web. Sie suchen sich schließlich das preisgünstigste Angebot aus, achten aber ebenso auf die anstehende Lieferzeit, da in unserer schnelllebigen Zeit kaum jemand wochenlang auf die Lieferung warten möchte. Selbst wenn ein Unternehmen ein bestimmtes Produkt exklusiv vertreibt, gibt es auf der Welt wohl mit ziemlicher Sicherheit ein ähnliches Angebot.
Deshalb ist es für jeden Anbieter wichtig als je zuvor geworden, dass es im Lager keinen Lieferrückstand gibt. Denn kann ein konkurrierender Anbieter das gleiche Produkt zu einem ähnlichen Preis früher liefern, wird sich der Kunde vermutlich für dessen Angebot entscheiden.

Lieferrückstand Definition & Bedeutung

Lieferrückstand im LagerDer Begriff Lieferrückstand ist im Bereich des Bedarfmanagements eines Unternehmens Zuhause. Wenn der Bedarf einer bestimmten Ware die aktuelle Verfügbarkeit im Lager überschreitet, spricht man von einem sogenannten Lieferrückstand. Die Folge davon ist, dass die Nachfrage der Kunden nicht vollständig befriedigt werden kann und das Produkt somit entweder erst verspätet geliefert werden kann, oder im schlimmsten Fall der Kunde bei einem konkurrierenden Unternehmen nach dem selben oder einem ähnlichen Produkt Ausschau hält. Nicht verwechselt werden darf der Begriff Lieferrückstand mit dem Wort Fehlmenge. Als Fehlmenge in einem Lager wird die Anzahl der Produkte bezeichnet, die nicht im Lager verfügbar ist, obwohl sie eigentlich bestellt wurde und anwesend sein müsste. Dies kann passieren, wenn nicht die Menge geliefert wurde, die auf dem Lieferschein steht, oder es aus irgendwelchen Gründen bei einer Inventur zu einer Differenz kommt.

Was gegen einen Lieferrückstand unternommen werden kannLieferrückstand im Lager

Da ein Lieferrückstand für ein Unternehmen hohe Gewinneinbußen mit sich bringen kann und die potentiellen Kunden zur Konkurrenz abwandern könnten, sind professionelle Unternehmen sehr darauf bedacht, es nie zu einem Lieferrückstand kommen zu lassen. Ist bereits ein Lieferrückstand eingetreten, muss dieser zuerst erkannt werden und dann muss die fehlende Ware natürlich beim zuständigen Lieferanten schnellstmöglich nachbestellt werden. Doch die Kunst ist, es nie zu einem Lieferrückstand kommen zu lassen. Dies geht nur mit immer aktuellen Bestandsaufnahmen im Lagerbereich und eine regelmäßige Inventur, um sich einen Überblick über die noch vorhandene Menge der Produkte machen zu können. Kleinere Unternehmen können dies vielleicht noch manuell durchführen, da aber vor allem mittelständische und große Unternehmen mit riesigen Lagerbeständen und hohen Lagerhaltungskosten können nicht jeden Tag mit Stift und Zettel durch das gesamte Lager marschieren können, um den Lagerbestand zu überprüfen, gibt es mittlerweile eine professionelle Software, die zum Ziel die sogenannte Bestandsoptimierung hat. Mit EazyStock kann der Lagerbestand professionell verwaltet und optimiert werden, was nicht nur einen Lieferrückstand verhindert, sondern auch viel Zeit und Geld spart. Genauer gesagt ist EazyStock eine cloud-basierte Software, die den Bestand kontrolliert und damit nicht nur den Service-Level verbessert, sondern auch den Bestandslevel reduziert. Denn genauso wie es einen Lieferrückstand gibt, kann es auch von einer Ware eine zu große Menge im Lager geben. Dies nimmt nicht nur Lagerkapazitäten weg, sondern sorgt unter dem Stich auch für ein unnötig hohes Risiko. EazyStock ermöglicht dem Unternehmen gegen eine geringe monatliche Gebühr den Zugriff auf genaue Nachfragevorhersagen, inklusive Wiederbestellungszeitpunkten, dem richtigen Meldebestand und wirtschaftlichen Bestellgrößenparameter. Dadurch wird einem Unternehmen die Planung und Kontrolle des eigenen Bestandes erleichtert und die Gefahr eines Lieferrückstandes nahezu ausgeschlossen.

Die Herausforderung für Lieferanten und AnbieterLieferrückstand Herausforderung Frau auf Leiter

Durch die bereits angesprochene Weiterentwicklung des Konsumenten ist vor allem die Zusammenarbeit von Lieferant und Anbieter noch wichtiger geworden. Die Lieferungen müssen auf Grund der Schnellebigkeit und der schwer vorhersehbaren Nachfragen punktgenau erfolgen. Bei einer zu langen Lieferzeit kann es für den Anbieter auf Grund eines drohenden Lieferrückstandes zu Gewinnverlusten kommen, ebenso führt dies dann langfristig gedacht auch zu einem Gewinnverlust des Lieferanten. Doch zusammengefasst hat die Entwicklung des Konsumentenverhaltens sowohl für Anbieter, als auch für Lieferanten mehr Vorteile als Nachteile. Ein zuverlässiger Lieferant mit einem geringen Lieferantenrisiko kann seine Ware einem breiten Spektrum von Händlern anbieten, während der Anbieter gleichzeitig durch eine professionelle Arbeitsweise eine große Zahl an Kunden überzeugen kann. Funktioniert das Zusammenspiel von Lieferanten und dem Anbieter perfekt, ist letztendlich auch der Kunde zufrieden.

Eine der Hauptursachen für Lieferrückstände können zudem Nachfrageunbeständigkeiten sein. Wie man diese optimal verwalten kann, und aufgrund welcher Faktoren diese entstehen, ist dem folgenden Whitepaper zu entnehmen:





Unbeständigkeiten in der Nachfrage verwalten