Was ist Bestandsoptimierung?

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Tags: Blog, Lagerbestandsoptimierung

Dominik Seidel   27 August 2019


What is Inventory Optimization?

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Bestandsoptimierung?
  2. Die Bestandsoptimierung macht Sie wettbewerbsfähiger
  3. Schlüsselelemente der Bestandsoptimierung
  4. Fazit

Was ist Bestandsoptimierung?

Sie haben sicherlich schon von dem Bestandsmanagement gehört und wahrscheinlich sind bereits einige Bestandsverwaltungsmethoden in Ihrer Lieferkette implementiert. Was ist also Bestandsoptimierung?

Laut Wikipedia ist die Bestandsoptimierung: „eine Methode, um Kapitalinvestitionsbeschränkungen oder -ziele sowie Service-Level-Ziele über eine große Auswahl von Lagereinheiten (SKUs) hinweg auszubalancieren, wobei die Volatilität von Angebot und Nachfrage berücksichtigt wird.“

Im Klartext bedeutet Bestandsoptimierung, über die richtigen Bestände zu verfügen, um die gewünschten Service-Level zu erreichen und gleichzeitig ein Minimum an Kapital im Bestand zu binden. Um dies zu erreichen, müssen Sie wie erwähnt sowohl die Volatilität von Angebot als auch Nachfrage berücksichtigen. Die Bestandsoptimierung ist die nächsthöhere Ebene des Bestandsmanagements für Lager- und Lieferkettenmanager sowie Einkäufer.

Die Bestandsoptimierung macht Sie wettbewerbsfähiger

Die Welt durchläuft mehrere Revolutionen gleichzeitig; Digitalisierung, Globalisierung und Sicherheitsbedrohungen sind nur einige der Makrotrends, die Unternehmen und Lieferketten weltweit betreffen. Das Verhalten und die Gewohnheiten der Verbraucher ändern sich schneller, als dies noch vor wenigen Jahren für möglich gehalten wurde, und neue Technologien ermöglichen es, günstigere und bessere Produkte aus der ganzen Welt zu beziehen. Dies führt zu komplexen globalen Lieferketten, in denen jedes Glied die Gefahr birgt, dass etwas an dieser Stelle schief laufen kann. Aber diejenigen, die Unsicherheiten in ihrer Lieferkette berücksichtigen, sind ihrer Konkurrenz einen Schritt voraus und besser auf die Nachfrage der Kunden vorbereitet.

Unternehmen wie Amazon verfügen bereits über fortschrittliche Systeme zur Optimierung der Lieferkette, mit denen sie Produkte aus der ganzen Welt beschaffen und an ihre Kunden liefern können – manchmal innerhalb weniger Stunden. Für viele kleinere und mittelständische Unternehmen (KMUs), die immer noch versuchen, Bestellmengen, Sicherheitsbestände und Nachbestellpunkte in Excel zu berechnen, ist dies jedoch alles andere als Realität. Die manuelle Verwaltung der Lieferkette führt zu groben Schätzungen der Bestandsmengen, was wiederum zu einem Überbestand (der letztendlich in Altbestand mutiert) oder alternativ zu einem schlechten Service-Level für ihre Kunden führt. Vor zehn Jahren war es vielleicht in Ordnung, Ihre Kunden zu bitten, einige Wochen zu warten, bis Sie das richtige Produkt auf Lager haben. Heute werden Sie diesen Kunden wahrscheinlich an einen anderen Lieferanten verlieren, wenn Sie nicht liefern können. Immerhin ist Ihr Konkurrent nur einen Klick entfernt.

Schlüsselelemente der Bestandsoptimierung

Durch die Optimierung Ihres Lagerbestands bestimmen Sie genau, wie viel Sie für jede einzelne SKU bestellen müssen und wann Sie diese bestellen müssen, um Ihre Kunden immer bedienen zu können. Die Bestandsoptimierung berücksichtigt Saisonalität und Kampagnen sowie Lieferzeiten und -pläne. Auf diese Weise haben Sie immer die richtigen Produkte im richtigen Lager, ohne zu viel Kapital im Lager gebunden zu haben. In diesem Blogbeitrag werden die wichtigsten Elemente zur Optimierung Ihres Bestands kurz erläutert. Außerdem werden Links zu weiterführenden Ressourcen bereitgestellt, mit denen Sie Details zu den einzelnen Schlüsselkonzepten erhalten:

  1. Nachfrageprognose
  2. Bestandsrichtlinie
  3. Nachschub

1. Nachfrageprognose

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Nachfrage zu prognostizieren, z. B. anhand der Nachfrage des letzten Jahres oder der letzten Periode, oder mit Hilfe von Prognosen Ihrer Vertriebsmitarbeiter. Dies kann bei einigen Artikelnummern funktionieren, aber bei anderen Artikeln können Sie mit diesen Methoden auf die völlig falsche Spur geraten.

Jedes Produkt durchläuft einen Lebenszyklus. Wenn das Produkt beispielsweise zum ersten Mal auf den Markt gebracht wird, wird es überhaupt keine historischen Daten zur Nachfrage dazu geben. Von dort wird es wahrscheinlich zu einem positiven Trend kommen, bei dem die Nachfrage stetig wächst, bis der Artikel zu einer stabilen und sich schnell bewegenden SKU wird. Von da an könnte es unregelmäßiger werden und dann in einen negativen Trend übergehen, bei dem die Nachfrage zu einem sterbenden und schließlich veralteten Produkt wird. Um Ihre Artikel genau vorhersagen zu können, müssen Sie wissen, wo sich alle Artikel jederzeit im Lebenszyklus befinden und wie sie sich durch den Produktlebenszyklus bewegen.

Nachfrageprognose Produkt Lebenszyklus

Eine andere Sache, die man im Auge behalten sollte, ist die Saisonalität. Ein Produkt, das nur im Sommer verkauft wird, wie Sonnenschutzmittel, kann nicht auf der Grundlage der Nachfrage des Vorquartals prognostiziert werden. Neue Produkteinführungen machen auch der Nachfrageprognose einen Strich durch die Rechnung. Ein Produkt, das vor einem Jahr neu war, kann nicht anhand der Nachfrage des Vorjahres prognostiziert werden.

Abschließend sind Kampagnen und Werbeaktionen ein großartiges Instrument für Marketingfachleute, können aber Planern und Einkäufern Kopfzerbrechen bereiten. Es mag offensichtlich erscheinen, dass Sie Kampagnen planen müssen, aber in der Realität wird dies nicht immer richtig durchgeführt und die gesamte Kampagne kann scheitern.

2. Bestandsrichtlinie

Der nächste Schritt besteht darin, Ihre Bestandsrichtlinie zu bestimmen, daher zu bestimmen, welche Produkte lagergeführt werden sollten und wie viel von jedem Artikel aufbewahrt werden muss.

Eine gebräuchliche Methode ist die Klassifizierung von Artikeln auf der Grundlage einer ABC-Analyse, bei der Sie Ihren Bestand in Abhängigkeit vom jährlichen Verbrauchswert in die Klassen A, B und C einteilen. In diesem Blog wird nicht näher auf die ABC-Klassifizierung eingegangen, aber Sie können alles darüber in unserem Blog-Beitrag zur ABC-Analyse nachlesen. Mithilfe dieser Analyse können Sie ermitteln, welche Artikel in Ihrem Lager vorrätig sein sollten und welche Artikel lediglich bei Bedarf bestellt werden können.

ABC Analyse Graph

ABC-Analyse & die Pareto-Verteilung für das Bestandsmanagement

 

Dann müssen Sie bestimmen, wie viel Sicherheitsbestand Sie führen müssen, um plötzliche Nachfragespitzen, Lieferantenstörungen oder andere unvorhergesehene Störungen abzufedern. Weitere Informationen zur Berechnung der Sicherheitsbestände finden Sie in unserem Blog.

Zum Abschluss spielt es keine Rolle, ob Sie von jedem Artikel genau die richtige Menge haben, wenn Sie ihn jedoch an den falschen Orten aufbewahren. Wenn Sie mehr als ein Lager haben, müssen Sie Ihren Lagerbestand optimieren, damit er zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort in den richtigen Mengen auf Ihre Standorte verteilt wird. Und wenn Sie nicht genug Nachfrage nach einem Artikel in einer bestimmten Region haben, aber dennoch genug weltweite Nachfrage, möchten Sie das richtige Lager finden und den Artikel umlagern, um ihn so schnell und kostengünstig dorthin zu versenden, wo er benötigt wird.

3. Nachschub

Zu allerletzt, aber nicht minder wichtig, noch die Nachschubplanung. Mit ihr werden Nachbestellpunkte und Bestellmengen berechnet und in tatsächliche Bestellungen umgewandelt.

Ein paar Dinge, die Sie nachverfolgen müssen, um Ihren Einkauf zu optimieren, sind:

1. Zuverlässigkeit der Lieferanten
Die Lieferzeiten bei Ihren Lieferanten haben einen großen Einfluss auf die Produktverfügbarkeit und das Service-Level. Neben den Vorlaufzeiten für Ihre verschiedenen Artikel müssen Sie auch die Öffnungszeiten und Produktionszyklen kennen. Beispielsweise stellen viele chinesische Hersteller die Produktion für das chinesische Neujahr vollständig ein, was für viele westliche Händler eine Überraschung darstellt. Eine weitere häufige Herausforderung besteht darin, dass einige Produkte Vorlaufzeiten von mehreren Monaten haben. Wenn einer Ihrer sich schnell bewegenden Artikel eine außergewöhnlich lange Lieferzeit hat und Ihre Kunden schnelle Lieferungen erwarten, können Sie echte Probleme bekommen, wenn Sie nicht rechtzeitig genug Mengen bestellt haben.

2. Waren in Transit
Wenn Sie eine Bestellung für einen Artikel aufgeben, reicht es nicht aus, nur zu wissen, was Sie derzeit auf Lager haben, um die Bestellmenge zu bestimmen. Sie müssen auch wissen, was gerade unterwegs und was sich auf dem Weg von Ihren Lieferanten in Ihr Lager befindet. Dies mag offensichtlich erscheinen, aber in den meisten ERP-Systemen und anderen Systemen sind diese Informationen nicht leicht verfügbar.

Fazit

Die eben genannten sind entscheidende Elemente, um den richtigen Lagerbestand zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben, und bilden die Grundlage für die Bestandsoptimierung. Sie können all diese Berechnungen in Excel durchführen und sie manuell in Ihr ERP eingeben. Wenn Sie jedoch einige hundert Artikel (oder mehr!) in Ihrem Bestand haben, ist es fast unmöglich, alles manuell korrekt zu verfolgen.

EazyStock ist ein Tool, das all dies für Sie erledigt und Ihren Nachschub automatisiert, sodass Sie nur dann Maßnahmen ergreifen müssen, wenn Sie vom System benachrichtigt werden.

Ist Ihre Bestands-Performance so hoch, wie sie sein sollte? Können Sie mit der Konkurrenz Schritt halten? Sehen Sie sich unser Handbuch über die ersten Schritte in der Bestandsoptimierung an und evaluieren Sie Ihre eigene Bestandsleistung:

Ratgeber - Erste Schritte in der Bestandsoptimierung