Bestandsplanung im Produktlebenszyklus

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Daniel Fritsch   16 Februar 2015


Produktlebenszyklus - Überbestand Bild

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Bedeutung haben die verschiedenen Stufen des Produktlebenszyklus für die Bestandsplanung?
  2. 3 Tipps für das Management der Bestandslevel eines fallenden Produktes

Ein Produktlebenszyklus beschreibt den Lebenslauf eines Produktes, startend von seiner Einführungsphase zur anschließenden Wachstumsphase, bei dem steigende Umsätze zu verzeichnen sind, bis schließlich eine Sättigung eintritt, bei dem der Umsatz nicht weiter anwächst. Anschließend senkt sich die Kurve wieder in der sogenannten Degenrationsphase, bei dem das Produkt beispielsweise durch einen Relaunch wieder zu steigenden Umsätzen führen kann oder aber aus dem Sortiment verschwindet.

Dieser Verlauf, der Zeit und Umsatz eines jedes Produktes gegenüberstellt, ist ein wichtiger Bestandsteil für Hersteller und Distributoren im Zubehörmarkt (engl.: aftermarket), um sicherzustellen, dass Bestandslevel richtig prognostiziert werden und Nachschubplanung die Kundennachfrage trifft.

So werden von Zeit zu Zeit werden neue Produkte in den Markt eingeführt, welche durch einen typischen Produktlebenszyklus gehen, bei dem 8 verschiedene Muster durchlaufen werden können (siehe Grafik). Wenn sich das Produkt bewegt, werden verschiedene Prognose –und Planungstechniken benötigt, um effektiv Prognosen für den jeweiligen Typ zu bestimmen. Hier ist ein Beispiel, wie ein Produkt von der einen Stufe zur nächsten wandert:

Produktlebenszyklus

Welche Bedeutung haben die verschiedenen Stufen des Produktlebenszyklus für die Bestandsplanung?

  1. Einführung: Hier wird das Produkt in den Markt eingeführt, bei dem der Wettbewerb umso gering ist, je einzigartiger die Idee ist. Um das Produkt bekannter zu machen, ist es notwendig Investitionen in Distribution und Promotion zu tätigen. Daher muss der Bestandsplaner sicherstellen, dass die Bestandslevel aufgestockt werden, um das Produkt verfügbar zu machen.
  2. Wachstum: Wenn das Produkt mehr und mehr Kunden gewinnt, werden auch die Verkäufe steigen. Je nach Produkt, kann das Wachstum schnell, langsam oder sprunghaft erfolgen. Erfolgreiche Bestandsplaner werden daher auf Nachfrageprognosen zurückgreifen, um die Bestandslevel optimieren zu können und das Produkt in der richtigen Menge auf Lager zu haben.
  3. Sättigung: Sobald die Nachfrage ausreichend versorgt wurde und das Produkt gut etabliert ist, wird sich die Wachstumsphase verlangsamen bis eine Sättigung eintrifft. Auch hier ist wieder die Bestandsplanung gefragt, die sicherstellen muss, dass das Bestandsniveau in den Lager entsprechen abgebaut wird. Dabei wird auf entsprechende Prognoserechnungen zurückgegriffen.
    Diese Phase stellt einen Konflikt für vielen Unternehmen dar, da keine zurückgehenden Verkäufe aufgrund von reduzierten Bestand riskiert werden wollen. Verbundene Lagerhaltungskosten für Überbestand oder Altbestand (bzw. obsoleter Bestand) sind eine große finanzielle Belastung, daher muss entsprechend angepasst werden.
  4. Degeneration: Nachdem die Sättigung erreicht wurde, geht die Umsatzkurve aufgrund von veränderten Nachfragemustern oder neuen Produkten von Wettbewerber zurück. Da jedes Produkt verschieden Wachstums- und Degenrationsmuster hat, muss der Bestandsplaner entsprechende Maßnahmen ergreifen, um Bestandslevel so zu reduzieren, dass Überbestand verhindert werden kann.

Dieses Video gibt Ihnen einen visuellen Überblick zum Produktlebenszyklus:

3 Tipps für das Management der Bestandslevel eines fallenden Produktes

  • Senken Sie die Service-Level: Bestandsplaner müssen anfangen das gezielte Service-Level zu senken (z. B. die Verfügbarkeit des Produktes im Markt reduzieren).
  • Reduzieren Sie den Sicherheitsbestand: Nachschubplanung, automatische Lagerauffüllung und Produkt-Wiederbestellungen müssen angepasst werden, um in Einklang mit der reduzierten Nachfrage zu stehen.
  • Eliminieren Sie Über- und veralteten Bestand: Am Ende des Produktlebenszyklus müssen Überstand und veralteter Bestand eliminiert werden, um sicherzustellen, dass das in diese Ressourcen gebundene Kapital frei wird.

Das Verständnis des Produktlebenszyklus Ihrer Produkte wird Ihnen dabei helfen bessere Prognosen für die Nachfrage zu erhalten, damit die Verkäufe gesteigert werden können. Gleichzeitig werden gesunde Bestände, frei von Über- und veralteten Bestand, mehr Platz für andere Ressourcen im Lager bringen und das Bestandsmanagement kann optimiert werden.
Wie Sie im Detail die eben erwähnte Prognose der Nachfrage optimieren können, erfahren Sie in unserem Whitepaper zu dieser Thematik:




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