Eine Supply Chain (Lieferkette) umfasst alle erforderlichen Aktivitäten zur erfolgreichen Kunden- und Marktversorgung. Die Versorgungskette beginnt bei der Beschaffung oder der Produktion und endet beim Verkauf an den Endverbraucher. Eine Supply Chain bezieht sich nicht allein auf die Prozesse innerhalb des Unternehmens sondern schließt alle Geschäftsprozesse zwischen den Lieferketten-Mitgliedern ein.
Supply Chain Kennzahlen schaffen die Möglichkeit, über messbare Sachverhalte im Rahmen der Lieferkette Auskunft zu geben.
Supply Chain Kennzahlen geben konzentrierte Informationen über quantitativ erfassbare Tatbestände und Entwicklungen in der Supply Chain und ob die entsprechenden Supply Chain Strategien den gewünschten Erfolg bringen.
Die einzelnen Supply Chain Kennzahlen werden einerseits nach den Phasen des Warenflusses in Beschaffungs-, Produktions- und Distributionslogistik und andererseits nach den logistischen Funktionen (Lagerung, Transport) systematisiert.
Als Spitzenkennzahlen in der Supply Chain Logistik bzw. Management haben sich die Gesamtumschlagshäufigkeit aller Bestände, die Gesamtlogistikkosten pro Umsatzeinheit und der Lieferbereitschaftsgrad durchgesetzt.
Die Supply Chain Spitzenkennzahl Gesamtumschlagshäufigkeit = Umsatz : durchschnittlicher Lagerbestand gibt Aufschluss darüber, wie produktiv das sich im Unternehmen befindliche Kapital eingesetzt wird. Je höher die Gesamtumschlagshäufigkeit, desto schneller fließt das Kapital wieder in das Unternehmen zurück und desto weniger Kapital ist im Unternehmen erforderlich.
Zu den Gesamtlogistikkosten gehören die Kosten der Raumüberbrückung (Transportkosten) und die Kosten der Zeitüberbrückung (Lagerkosten). Den Transportkosten sind im einzelnen zuzurechnen:
(1) Stoffkosten, z.B. Benzinkosten für ein Transportfahrzeug;
(2) Abnutzungskosten, z.B. Abschreibungen auf ein Transportfahrzeug;
(3) Nutzungskosten, z.B. Kosten für die Nutzung eines Wegerechts;
(4) Arbeitskosten, z.B. Personalkosten für einen Fahrer;
(5) Dienstleistungskosten, z.B. Frachtgebühren eines Fuhrunternehmens, Prämien für eine Transportversicherung;
(6) Zinskosten, z.B. kalkulatorische Zinsen auf das in Transportfahrzeugen gebundene Kapital;
(7) Abgabekosten, z.B. Zölle, Kfz-Steuer;
(8) Wagniskosten, z.B. kalkulatorische Wagnisse für Bruch, Schwund oder Verderb während des Transports;
(9) Opportunitätskosten, z.B. Kosten aufgrund von Umsatzeinbußen wegen Terminverzögerungen beim Transport.
Zu den Lagerkosten gehören:
(1) Kalkulatorische Abschreibungen für Lagergebäude, Lagergrundstücke und Lagereinrichtungen bzw. entsprechende Kosten für Miete oder Leasing.
(2) Kalkulatorische Abschreibungen für im Lager genutzte Transportfahrzeuge und Transporthilfsmittel bzw. entsprechende Kosten für Miete oder Leasing.
(3) Gehaltskosten für im Lager beschäftigtes Personal, einschließlich der Lagerverwaltung.
(4) Kosten für das lagerspezifische Informationssystem.
Der Lieferbereitschaftsgrad bezeichnet in allgemeiner Form das Verhältnis der Anzahl termingerecht ausgelieferter Bedarfsanforderungen zu der Gesamtzahl der Bedarfsanforderungen zu der Gesamtzahl der Bedarfsanforderungen in einem bestimmten Zeitraum.
Das Streben nach einem hohen Lieferbereitschaftsgrad zur bestmöglichen Erfüllung der Kundenwünsche (Lieferservice) steht jedoch dem gleichzeitigen Streben nach möglichst geringen Logistikkosten entgegen. Zum Ausgleich dieses Zielkonfliktes versucht man einen optimalen Lieferbereitschaftsgrad, der in der Regel unter 100 Prozent liegt, zu realisieren.
Zur Bestimmung des optimalen Lieferbereitschaftsgrades werden die Fehlmengenkosten den Lagerhaltungskosten eines zusätzlichen, den erwarteten oder geplanten Bedarf übersteigenden Sicherheitsbestandes gegenübergestellt. Dies geschieht unter der Prämisse, dass bei steigender Lieferbereitschaft die Fehlmengenkosten tendenziell abnehmen und die Kosten für den zusätzlichen Sicherheitsbestand ansteigen. Die Bestimmung des optimalen Lieferbereitschaftsgrades setzt also voraus, dass die kleinste Summe aus möglichen Fehlmengenkosten und Lagerkosten des Sicherheitsbestandes ermittelt wird.
Die Bereitstellung der dafür erforderlichen Informationen, insbesondere die Ermittlung künftiger Bedarfsmengen und der Fehlmengenkosten, ist Aufgabe des Logistikcontrolling.
Zu den konkreten Zielen des Supply Chain Controllings gehören:
(1) Verbesserung der Durchlaufzeiten,
(2) Verbesserung der Planungsqualität,
(3) Verbesserung der Liefertreue,
(4) Verringerung der Logistikkosten,
(5) Verbesserung der Kundenzufriedenheit,
(6) Verbesserung des Lieferservice,
(7) Flexibilisierung,
(8) Bestandsreduzierung
Der Nutzen des Supply Chain Controllings liegt vor allem bei folgenden Faktoren:
– Kostenreduktion (frühzeitiges Erkennen von Problemen und Einleiten von Maßnahmen entlang der Supply Chain);
– Nachhaltige Steigerung der Kundenzufriedenheit (erhöhte Transparenz und Reaktionsfähigkeit);
– Effizienzsteigerung (optimale Abstimmung der gesamten Supply Chain Prozesse);
– Sicherung von Wettbewerbsvorteilen (systematische Erfassung und Steuerung der komplexen Zusammenhänge im Supply Chain Netzwerk).
(1) Durchschnittliche Warenannahmezeit
Warenannahmezeit insgesamt : Anzahl eingehender Sendungen pro Monat
(2) Kosten pro eingehender Sendung
Warenannahmekosten insgesamt : Anzahl eingehender Sendungen pro Monat
(3) Durchschnittliche Verweildauer in Wareneingangskontrolle
Verweildauer pro Prüfposition x zu prüfende Position pro Lieferschein
(4) Kosten pro Lagerbewegung
Lagerpersonalkosten und Lagernebenkosten : Lagerzugänge und Lagerabgänge
(5) Lagerkapazitätsauslastungsgrad
(effektive Lagerkapazitätsauslastung : maximale mögliche Lagerkapazitätsauslastung) x 100
(6) Durchschnittliche Transportkosten pro Transportauftrag
Transportkosten insgesamt : Anzahl durchzuführender Transportaufträge
(1) Lieferbereitschaftsgrad
Anzahl termingemäß angelieferter Materialpositionen : Gesamtzahl angelieferter Materialpositionen
(2) Durchschnittliche Transportkosten pro Transportauftrag
Transportkosten : Anzahl transportierter Werkstattaufträge
(3) Kapitalbindung ruhender Bestände
Wert ruhender Bestände in der Fertigung x Lagerzeit x Zinssatz
(1) Umschlagshäufigkeit Fertigprodukte
Wert des Lagerabgangs an Fertigprodukten : Lagerbestand
(2) Lieferbereitschaftsgrad
Anzahl termingerecht ausgeführter Versandaufträge : Anzahl zu erfüllender Versandaufträge.
Zu den wesentlichen Merkmalen der modernen Wirtschaftswelt gehören:
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