Die ABC-Analyse für ein optimiertes Bestandsmanagement

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Tags: Blog, Lagerbestandsoptimierung

Daniel Martinsson   26 März 2019


ABC-Analyse mit EazyStock

Inhaltsverzeichnis

  1. ABC-Analyse in der Beschaffung
  2. Grundlagen der ABC-Analyse im Bestandsmanagement
  3. ABC-Analyse Aufgaben
  4. ABC-Analyse Beispiel im Bestandsmanagement mit EazyStock

Es wird in einem komplexen Lager aufgrund der vielen verschiedenen Faktoren, die auf die Lagerbestände Einfluss nehmen, immer mal wieder zu Abweichungen von der optimalen Linie kommen. Damit dies jedoch nicht überhandnimmt, kommt in einem guten Lager ein Verfahren zur Anwendung, mit dessen Hilfe die Bestände aus betriebswirtschaftlicher Sicht gesteuert werden können. Die ABC-Analyse!

ABC-Analyse in der Beschaffung

Mehrere Tausende, oft auch Hunderttausende oder sogar über 1 Million verschiedene Artikel in den Lagerbeständen eines Unternehmens? Das ist in der modernen geteilten Produktion mit einer durchgehenden Wertschöpfungskette die Normalität. Jeder Artikel besitzt seinen Wert und eine bestimmte Bedeutung für die Produktion oder den Handel. Eine falsche Beurteilung der Bestände kann genauso zu einem Überbestand führen wie zu einem Unterbestand.
Ebenso kann die falsche Einschätzung des Bedarfs zu einer unnötig hohen Kapitalbindung führen oder zu Totalverlusten, etwa durch Überlagerung oder einen Einkauf vorbei am tatsächlichen Bedarf. Daher sollte sich der zukunftsorientierte Einkäufer ein solches Verfahren zu Nutze machen, um die Beschaffung des Unternehmens noch effektiver zu gestalten.

Grundlagen der ABC-Analyse im Bestandsmanagement

Die ABC-Analyse ist ein Begriff zur Definition der Bestandsklassifizierung im Lager, oft benutzt im Materialmanagement.

Grundsätzlich ist die ABC-Analyse ein betriebswirtschaftliches Analyseverfahren. Sie teilt eine Menge von Objekten in die Klassen A, B und C auf, die nach absteigender Bedeutung geordnet sind. Eine typische ABC-Analyse zeigt zum Beispiel auf, welche Kunden oder Produkte am stärksten am Lagerumsatz eines Unternehmens beteiligt sind (A) und welche am wenigsten (C). Innerhalb des Bestandsmanagements hilft sie dabei Bestände und Teile in 3 Kategorien zu verteilen:

  1. A Klassifizierung: Diese Teile sind sehr wichtig für das Unternehmen, da eine große Nachfrage besteht. Dazu gehören normalerweise „schnell bewegende“ Teile und jene mit einem niedrigeren Wert, die jedoch den größten prozentualen Anteil an Umsatz oder Kundenzufriedenheit ausmachen.
  2. B Klassifizierung: Diese Teile sind zwar auch noch wichtig, stehen jedoch weniger im Fokus als A-Teile. Sie bilden die Mittelklasse im Lagerbestand ab.
  3. C Klassifizierung: Diese Teile sind unwichtiger, da z. B. eine niedrige Bestellfrequenz vorliegt und der Bestandswert sehr hoch ist. Daher werden sie nur geringfügig im Lager zu finden sein, um Lagerhaltungskosten zu sparen.

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Bei der Bestandsklassifizierung kann man auf das sogenannte Pareto Prinzip zurückgreifen, welches auch als 80/20-Regel bekannt ist. So erzielen bereits 20 % der gelagerten Teile 80 % des Umsatzes (A-Teile = hohe Bedeutung), 30 % der Teile tragen 15 % zum Umsatz bei (B- Teile = mittlere Bedeutung) und 50 % der Teile bringen nur 5 % Umsatz (C- Teile = geringe Bedeutung).

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ABC Klassifizierung & Pareto Regel für Bestandsmanagement

Die meist verbeiteste Metrik innerhalb der ABC-Analyse ist das (jährliche) Sales-Volumen/Umsatz, um den Bestand für jede Gruppe zu berechnen. Wenn z. B. aus den Berechnungen hervorgeht, dass 50% des Bestandes von A-Teilen repräsentiert wird, kann der Lagerbestand wahrscheinlich nicht die Kundennachfrage bedienen.

Besondere Beachtung gilt auch „neuen“ und „kritischen“ Teilen im Bestand. Für neue Produkte sollte man z. B. Prognoseinstrumente zu Rate ziehen um die Nachfrage besser einschätzen zu können. Kritische Produkte hingegen erfordern eine spezielle Beobachtung, so dass die Teile in angemessener Anzahl gelagert sind.

ABC-Analyse Aufgaben

Wie bereits erwähnt, sind für praktikable Umsetzungen die Ergebnisse sowohl der ABC- wie auch der XYZ-Analyse wichtig. Alleinstehend können anhand der ABC-Analyse unter anderem Aufgaben erfüllt werden:

  • Schwerpunkte im Einkauf verändern, etwa mittels Lieferantenbewertung.
  • Optimierung der Lager-Infrastruktur auf A-Artikel.
  • Bevorratung von C-Artikeln senken.

Die gesamten ökonomischen Folgen in der Veränderung der Lagerhaltung, des Absatzes und der Beschaffung sind unter Umständen so komplex, dass eine zu starke Veränderung unabsehbare Folgen haben kann. Die Stellschrauben sollten deshalb sehr vorsichtig gedreht werden.

ABC-Analyse Beispiel im Bestandsmanagement mit EazyStock

Viele Unternehmen integrieren eine Bestandsmanagement Software in ihr System, um beispielsweise Prozesse der Nachschubplanung zu optimieren. Allerdings werden eine ABC-Analyse sowohl als auch eine XYZ-Analyse dabei außer Acht gelassen, die dabei helfen können den eigenen Bestand adäquat zu klassifizieren. EazyStock, eine Software zum Bestandsmanagement, implementiert die Algorithmen der ABC-Analyse einfach in seiner Software. Dabei wird definiert, welche Artikel in welcher Stückzahl gelagert werden sollen, bezogen auf Entnahmen im konfigurierbaren Zeitraum.
Zudem lassen sich veränderte Lagerhaltungsstrategien simulieren, um sofort Rückschlüsse auf Verfügbarkeiten und Kosten zu erhalten. Unten sehen Sie ein ABC Analyse Beispiel mit EazyStock, bzw. genauer gesagt, die Klassifizierung der verschiedenen Artikel in einer entsprechenden Matrix:

ABC-Analyse BeispielEazyStocks ABC-Analyse

Wenn Sie noch einen tieferen Einblick in diese Thematik erlangen wollen, dann empfehlen wir den folgenden, kostenfreien Ratgeber. In diesem wird noch eine weitere, wichtige Analysemethode, nämlich die XYZ-Analyse dem ABC-Verfahren gegenübergestellt und praktische Tipps gegeben:
 


Ratgeber: ABC & XYZ Analyse