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Überbestände und veraltete Bestände in 5 Schritten reduzieren

Wenn Sie in einer Suchmaschine nach „Überbeständen“ oder „veralteten Beständen“ suchen, stoßen Sie schnell auf zahlreiche Anbieter, die überschüssige Ware ankaufen. Das klingt zunächst attraktiv. Ein schneller Liquiditätsschub, dazu mehr Platz im Lager. Doch zu welchem Preis?

Überbestände bringen einige Probleme mit sich, vor allem das Risiko, dass Artikel mit der Zeit unverkäuflich werden. Der Verkauf überschüssiger Ware zu reduzierten Preisen baut Bestände kurzfristig ab und überbrückt Liquiditätsengpässe. Darunter leidet aber oft die Marge, und das schwächt langfristig Ihre Profitabilität.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen Maßnahmen für ein proaktives Bestandsmanagement. Damit reduzieren Sie Überbestände und veraltete Bestände nachhaltig und bekommen Ihre Bestände wieder in den Griff.

Überbestände und veraltete Bestände identifizieren

Ein guter erster Schritt ist, Ihre Bestände in drei Kategorien einzuordnen:

  • Gesunder Bestand (Zyklusbestand): die Artikel, die Sie laut Ihren Prognosen verkaufen werden.
  • Überbestand: Der aktuelle Lagerbestand inklusive Sicherheitsbestand übersteigt die prognostizierte Nachfrage.
  • Veralteter Bestand: Artikel, die über einen längeren Zeitraum ohne Nachfrage im Lager liegen, in der Regel zwölf Monate oder länger.

Diese Einteilung schafft Transparenz und zeigt Ihnen schnell, ob und wo Handlungsbedarf besteht.

Einschätzen, ob ein Überbestand zum Risiko wird

Nicht jeder Überbestand ist gleich ein Problem. Bei schnell drehenden Artikeln mit stabiler Nachfrage kann ein höherer Lagerbestand sinnvoll sein. Hier senken Sie den Bestand meist unkompliziert, indem Sie die Bestellmengen anpassen und den Überschuss abverkaufen.

Kritisch wird es bei großen Mengen, die sich nur langsam verkaufen oder schwankend nachgefragt werden, etwa mit längeren Phasen ohne Verkäufe. Auch Produkte am Ende ihres Lebenszyklus, deren Nachfrage nachlässt, bergen ein erhöhtes Risiko.

Genau diese Artikel sollten Sie früh erkennen und aktiv steuern, um die Bestände rechtzeitig zu senken und eine spätere Abschreibung zu vermeiden.

Die Ursachen für Überbestände und veraltete Bestände verstehen

Es gibt viele Gründe, warum sich Überbestände aufbauen. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen:

  • Ungenaue oder lückenhafte Bedarfsprognosen
  • Der Versuch, Lieferunsicherheiten abzufedern, etwa schwankende Lieferzeiten Ihrer Lieferanten
  • Der Anspruch, eine nahezu hundertprozentige Verfügbarkeit (Servicelevel) zu sichern
  • Komplexe Lieferketten mit mehreren Standorten oder mehrstufigen Netzwerken
  • Fehlentscheidungen im Bestandsmanagement

Wenn Sie diese Ursachen kennen und gezielt angehen, vermeiden Sie Überbestände und veraltete Bestände dauerhaft.

Fünf Regeln für ein proaktives Bestandsmanagement

Regel 1: Überbestände durch bessere Bedarfsprognosen vermeiden

Führen Ihre Prognosen immer wieder zu Über- oder Unterbeständen, sollten Sie die Methode dahinter hinterfragen. Vereinfachte Ansätze wie Prognosen auf Basis der Lagerreichweite oder durchschnittlicher Bestandstage greifen oft zu kurz.

Für verlässliche Vorhersagen brauchen Sie Methoden, die Trends, saisonale Schwankungen und Verkaufsaktionen berücksichtigen.

Statistische Bedarfsprognosen, wie sie eine Software zur Bestandsoptimierung wie EazyStock durchführt, analysieren jeden einzelnen Artikel und ordnen ihn anhand seiner Position im Produktlebenszyklus einem passenden Nachfrageprofil zu. Auf dieser Basis wählt das System automatisch den jeweils besten Prognosealgorithmus.

Bewegen sich Produkte durch die Phasen Wachstum, Reife und Rückgang, verändert sich ihr Nachfrageverhalten. Die Prognosemodelle passen sich dann dynamisch an, sodass die Prognosegenauigkeit ohne manuellen Aufwand hoch bleibt.

Regel 2: Überbestände nicht als Lösung für Lieferprobleme nutzen

Ein dauerhaft hoher Bestand ist eine teure Antwort auf Unsicherheiten in der Lieferkette. Gehen Sie die Ursachen direkt an:

Ausfallzeiten der Lieferanten früh einplanen. Wenn Sie wissen, wann ein Lieferant schließt, etwa wegen Betriebsferien oder zum chinesischen Neujahr, rechnen Sie diese Zeiträume in Ihre Lieferzeiten ein und passen die Bestellpunkte an. Eine Software zur Bestandsoptimierung übernimmt das automatisch und passt die Bestellvorschläge entsprechend an.

Lieferzeiten aktiv überwachen. Behalten Sie die tatsächlichen Lieferzeiten im Blick und prüfen Sie, ob Ihre Lieferanten die vereinbarten Servicelevels einhalten. Bei regelmäßigen Verzögerungen suchen Sie das Gespräch oder prüfen alternative Lieferanten. Bis dahin federn Sie kurzfristige Abweichungen mit einem sinnvoll berechneten Sicherheitsbestand ab.

Regel 3: Hohe Bestände sind kein Garant für hohe Verfügbarkeit

Hohe Lagerbestände führen nicht automatisch zu besserer Verfügbarkeit. Das ist die wichtigste Erkenntnis aus diesem Beitrag. Eine hohe Lieferbereitschaft erreichen Sie auch, ohne von jedem Artikel große Mengen vorzuhalten.

Setzen Sie dafür bei Ihren Lagerstrategien gezielt Methoden der Bestandsoptimierung ein.

Dazu gehört, über die klassische ABC-Analyse hinauszugehen und Ihre Artikel nach mehreren Kriterien zu bewerten, etwa Nachfrageverhalten, Entnahmehäufigkeit, Nachfrageschwankungen und Kostenstruktur.

Auf dieser Basis legen Sie für jeden Artikel den passenden Bestand fest, abhängig davon, wie gut er sich verkauft und was er das Unternehmen kostet. Eine typische Bestandsmatrix sieht zum Beispiel so aus.

Artikel mit hoher Entnahmehäufigkeit und niedrigen Kosten bevorraten Sie in der Regel in größeren Mengen, Artikel mit geringer Nachfrage oder hohen Kosten bewusst knapper.

Jedes Unternehmen entwickelt dabei seine eigene Logik. Je nach Geschäftsmodell sieht die Matrix anders aus, etwa wenn ein Sortiment bewusst vollständig verfügbar bleiben soll.

Definieren Sie für jede Kategorie klare Servicelevel-Ziele. In der Praxis liegen sie für häufig verkaufte, kosteneffiziente Produkte höher und für weniger kritische Artikel niedriger. Das Ziel bleibt immer gleich, nämlich die Balance zwischen gebundenem Kapital und gewünschter Verfügbarkeit.

Wenn Sie für jeden Artikel (SKU) klare Bestandsregeln und Serviceziele festlegen, senken Sie das Risiko von Überbeständen und veralteten Beständen deutlich.

Eine so detaillierte Steuerung lässt sich manuell kaum umsetzen. Eine Software zur Bestandsoptimierung wie EazyStock bildet diese Komplexität automatisiert ab. Sie ordnet Artikel dynamisch neu ein und passt die Bestandsvorgaben laufend an, sobald sich Nachfrage, Entnahmehäufigkeit oder Kosten verändern.

Regel 4: Bestände entlang der gesamten Lieferkette optimieren

Ist Ihre Lieferkette mehrstufig aufgebaut oder führen Sie Bestände an mehreren Standorten, wird es schwer, Überbestände zu vermeiden. Ein typisches Szenario ist die dezentrale Disposition. Einzelne Standorte bestellen gern auf Nummer sicher und planen bewusst etwas mehr ein, um Engpässe zu vermeiden.

Was im Einzelfall nach einer kleinen Sicherheitsmaßnahme aussieht, summiert sich über viele Standorte schnell zu erheblichen Überbeständen.

Die Lösung liegt in einer zentralen Steuerung mit einer ganzheitlichen Sicht auf Ihre Bestände.

Moderne Systeme zur Bestandsoptimierung planen auf Basis der tatsächlichen Abverkaufsdaten am Point of Sale, also der echten Nachfrage am Verkaufsort. So entsteht ein realistisches Gesamtbild, unabhängig davon, wo der Bestand gerade liegt.

Mit standortübergreifender Transparenz gleichen Sie Bestände gezielt aus. Überschüsse an einem Standort decken Engpässe an einem anderen, oft bevor eine neue Bestellung beim Lieferanten nötig wird.

Wenn Sie Ihre Bestände über alle Stufen und Standorte hinweg steuern, senken Sie Überbestände und verringern zugleich das Risiko, dass sich veraltete Artikel im Lager ansammeln.

Regel 5: Bestände bewusst einkaufen

Große Bestellmengen wirken verlockend, vor allem wegen besserer Einkaufspreise bei schnell drehenden Artikeln. Bei Produkten mit geringer oder schwankender Nachfrage wird diese Strategie aber schnell zum Problem.

Zwar sparen Sie kurzfristig beim Einkaufspreis. Verkaufen sich die Artikel aber nicht wie erwartet, binden Sie unnötig Kapital im Lager. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass Bestände veralten und sich später nur noch mit Abschlägen verkaufen lassen.

Ein weiterer Treiber für Überbestände sind oft zu hohe Mindestbestellmengen (MOQs). Prüfen Sie, ob Sie diese mit Ihren Lieferanten neu verhandeln können oder ob es Bezugsquellen mit flexibleren Konditionen gibt. Oft lohnt sich ein etwas höherer Stückpreis bei kleineren Mengen mehr, als Kapital in langsam drehenden Beständen zu binden.

Fazit

Überbestände und veraltete Bestände sind für viele Unternehmen eine echte Herausforderung. Wer früh an den richtigen Stellschrauben ansetzt, steuert seine Bestände gezielt und optimiert sie nachhaltig.

Davon profitieren Sie gleich mehrfach, etwa durch besseren Cashflow, mehr verfügbares Betriebskapital, eine höhere Lagerumschlagshäufigkeit und geringere Lagerkosten. All das sichert und stärkt Ihre Marge langfristig.

Möchten Sie Überbestände und veraltete Bestände in Ihrem Unternehmen senken? EazyStock unterstützt Sie dabei. Fordern Sie eine persönliche Demo an oder nehmen Sie Kontakt mit uns auf.