Trends 2022 in Logistik und Supply Chain Management

Lesezeit: 5 Min

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In den letzten Jahren gab es aufgrund von COVID-19 und z.B. dem Brexit und deren Folgewirkungen noch nie dagewesene Herausforderungen für die Lieferkette. Mit Blick auf das Jahr 2022 sehen sich viele Unternehmen den gleichen Herausforderungen gegenübergestellt. Folglich konzentrieren sie sich zunehmend darauf, unerwartete Ereignisse in ihre Lieferkettenstrategie einzuplanen, um entsprechend reagieren zu können.

Im Jahr 2022 gehen die wichtigsten Trends alle in Richtung der Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Lieferkette. Daher werden viele führende Unternehmen mehr Zeit und Geld als je zuvor in den Aufbau von Resilienz und Agilität in ihrer Lieferkette investieren. Doch worauf sollten sich ihre Ressourcen und Investitionen konzentrieren?

Wir haben eine Übersicht über die sechs wichtigsten Trends in der Lieferkette zusammengestellt, die Sie im Jahr 2022 beachten sollten. Wir berücksichtigen die Vorhersagen einiger wichtiger Supply Chain Consulting-Unternehmen, Technologiepartner und Kunden.

Supply Chain Digitalisierung

Der Trend
Immer mehr Unternehmen digitalisieren ihre Lieferkette.

Supply Chain ManagementWarum?
Die digitale Transformation der Lieferketten wird die Flexibilität bereitstellen, Pläne für die Bestandsverwaltung anzupassen und auf Marktveränderungen oder kurzfristige Störungen der Lieferkette zu reagieren. Außerdem verschafft sie den Unternehmen einen Vorsprung im Vergleich zu ihren Wettbewerbern und trägt dazu bei, eine nachhaltigere und robustere Lieferkette für eine langfristige Rentabilität aufzubauen.

Die Digitalisierung von Prozessen unter Einbeziehung künstlicher Intelligenz führt zu einer höheren Datengenauigkeit und einer besseren Transparenz, damit Informationen schnell erfasst und analysiert werden können, um fundiertere Entscheidungen zu treffen. Mit genauen Daten können sich Unternehmen schneller anpassen und Verbesserungen vornehmen. Dies wiederum verschafft den Bestandsteams mehr Zeit, um sich mit externen Herausforderungen in der Lieferkette, Kunden und Verhandlungen mit Zulieferern zu befassen.

Wenn Unternehmen ihre Lieferkettenstrategien digitalisieren, kann cloudbasierte Technologie die nötige Anpassungsfähigkeit bieten, um schnell zu skalieren. Da die Mitarbeiter weiterhin häufig im Home-Office oder in hybriden Modellen arbeiten, werden die Daten sowohl im Büro als auch zu Hause oder im Lager verfügbar sein.

Verbesserung der Bedarfsprognose und Bedarfsplanung

Der Trend
Die Unternehmen konzentrieren sich zunehmend auf die Verbesserung ihrer Bedarfsprognose und Bedarfsplanung.

Warum?
Viele Unternehmen haben erkannt, dass Nachfrageprognosen für die Bestandsverwaltung nicht immer einfach sind, insbesondere unter den derzeitigen Umständen. In den letzten Jahren war die Nachfrage der Kunden sprunghaft; sie änderten ihr Einkaufsverhalten und probierten neue Produkte aus, weil sich ihre Vorlieben änderten oder ihre gewohnten Produkte nicht mehr verfügbar waren.

Nachfrageprognosen spielen eine entscheidende Rolle in der Supply Chain Strategie und der Sicherstellung der Bestandsverfügbarkeit, da Unternehmen die bevorstehende Nachfrage kennen müssen, um die richtigen Artikel bestellen zu können.

In der Studie „The 2021 MHI Annual Industry Report – Innovation Driven Resilience” von MHI/Deloitte, gaben 50% der Unternehmen an, dass die Prognosen eine große oder sogar sehr große Herausforderung darstellen.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann niemand mit Sicherheit sagen, wie sich die Nachfrage im Jahr 2022 entwickeln wird – sie wird wahrscheinlich von dem jeweiligen Markt und der Branche abhängen. Einige Experten wie Global Trade Review und Demand Planning gehen jedoch davon aus, dass die Nachfrage berechenbarer wird und sich auf einem gewissen Niveau einpendelt.

Wie dem auch sei, die Nachfrage in diesem Jahr wird sich wahrscheinlich stark von der in den beiden Vorjahren unterscheiden. Daher wird es sehr schwierig sein, die künftige Nachfrage einfach anhand historischer Daten vorherzusagen. Der Report „Innovation Driven Resilience“ zeigt auch, dass 44% der Unternehmen in den nächsten ein bis zwei Jahren Nachfrageanalysen einsetzen werden, um dieser Herausforderung zu begegnen.

Die Einführung von Software und künstlicher Intelligenz trägt dazu bei, die Prognosen zu verfeinern, so dass Sie (saisonale) Schwankungen, Trends bei neuen Artikeln oder solchen, die sich dem Ende ihres Produktlebenszyklus nähern, berücksichtigen können.

Lieferanten-Diversifizierung

Der Trend
Die Unternehmen erweitern ihr Lieferantennetzwerk.

Warum?
Die Risiken, die entstehen, wenn man alles auf eine Karte setzt, sind in den letzten Jahren deutlich geworden. Unternehmen mit soliden Beziehungen zu einem Hauptlieferanten gerieten in Schwierigkeiten, wenn dieser Lieferant kritische Bestände nicht liefern konnte.

Es ist zwar wichtig, dass die Unternehmen nach wie vor Beziehungen zu ihren Hauptlieferanten aufbauen und pflegen, aber sie sollten zusätzliche Lieferanten, Logistikanbieter und andere Partner in die Lieferkette einbinden. In einigen Fällen werden dabei regionale Lieferanten bevorzugt, um die Lieferkette zu verkürzen. Andere Unternehmen wiederum suchen nach Lieferanten in anderen Teilen der Welt, um lokale Risiken zu mindern. In beiden Fällen besteht das Ziel darin, die Lieferkette zu stärken und Optionen zur Bewältigung künftiger Lieferprobleme zu haben.

E-Commerce wächst weiter

Der Trend
Immer mehr Unternehmen nutzen E-Commerce als Vertriebskanal.Supply Chain Trend

Warum?
Online-Shopping gehört heute zum täglichen Leben, und wenn Unternehmen noch keine E-Commerce-Systeme eingerichtet haben, um die Nachfrage während der Pandemie zu befriedigen, ist es jetzt an der Zeit.

Viele Unternehmen haben sich während der Pandemie aufgrund von Lockdowns für den Online-Handel entschieden, aber das Wachstum in diesem Bereich geht weiter. Gartner sagt voraus, dass bis 2025 80% der B2B-Verkäufe über digitale Kanäle abgewickelt werden.

Bei der Einführung eines E-Commerce-Vertriebs geht es um weit mehr als die Einrichtung eines Online-Shops. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie über eine robuste und effiziente Lieferkette verfügen. Wenn es zu Lieferengpässen kommt, sind diese online noch fataler und können zu schlechten Kundenbewertungen führen. Daher investieren die SCM-Teams in Tools, die ihre Fähigkeit verbessern, die Verfügbarkeit der Bestände zu erhöhen und die wachsenden Anforderungen der Kunden in Bezug auf die Lieferdauer zu erfüllen.

Der Report „Innovation Driven Resilience“ zeigt, dass 45% der Unternehmen bereits Tools zur Bestands- und Lieferantenoptimierung einsetzen, um einen genauen Überblick über ihre Bestände zu erhalten.

Weitere 32% wollen in den nächsten 1 bis 2 Jahren investieren.

Eine digitalisierte Bestandsverwaltung ist unerlässlich, wenn Unternehmen den Weg zum E-Commerce einschlagen. Diese sollte dazu beitragen, die Lagerbestände auf einem gesunden Niveau zu halten, Fehlbestände zu vermeiden und die Gewinne aus den E-Commerce-Aktivitäten zu maximieren.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Der Trend
Die Unternehmen überprüfen ihre Lieferkettenstrategien und -praktiken, um umweltfreundliche Verfahren einzuführen.

Warum?
Die Lieferketten tragen erheblich zum Klimawandel bei. Mehr denn je fragen sich die Kunden, woher ihre Produkte kommen und woraus sie hergestellt werden. Viele beginnen, auf nachhaltigere oder „grünere“ Alternativen umzusteigen. Wenn man dieser Frage mit sinnvollen Plänen und Maßnahmen begegnet, wird dies der langfristigen finanziellen Rentabilität zugutekommen.

Die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen geht Hand in Hand mit dem Aufbau einer widerstandsfähigen Lieferkette. Während die Unternehmen versuchen, Kosten zu senken, die Effizienz zu verbessern und optimierte Lagerbestände aufrechtzuerhalten, sollten sie zugleich „ökologisch verträgliche“ Lagerbestände, Möglichkeiten zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen und alternative Materialien evaluieren.

Unternehmen setzen auf eine zirkuläre Lieferkette, um ihr Engagement für die Nachhaltigkeit zu zeigen und sich von anderen Wettbewerbern abzuheben. Die Wiederverwendung und der Verkauf von ausrangierten Rohstoffen/Artikeln können die Auswirkungen auf die Umwelt mindern und die Nachfrage der Verbraucher befriedigen.

Einführung von Robotik und Automatisierung im Lager

Der Trend
Zunehmender Einsatz von Robotik und Automatisierung in Bestandsprozessen.

Warum?
Der Arbeitskräftemangel hat dazu geführt, dass Unternehmen die Automatisierung der Bestellabwicklung in Betracht ziehen. Trotz der anfänglichen Kosten kann die Technologie große Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen bei der Lager- und Bestandsverwaltung bringen.

Innovation Driven Resilience betont, dass 38% der Unternehmen Robotik und Automatisierung bereits einsetzen, wobei 23% diese in den nächsten ein bis zwei Jahren einführen werden.

EazyStock Was ist EazyStock Nachfrageprognosen

Am häufigsten werden Robotik und Automatisierung im Bereich des Lagers eingesetzt, und zwar beim Kommissionieren, Verpacken oder Sortieren von Aufträgen (44%). Es folgen das Beladen oder Entladen (34%) und die Material- und Produktbewegungen innerhalb der Betriebsstätte (30%). 15% der Unternehmen verfügen bereits über vollständig automatisierte Lagerabläufe.

Das heute verfügbare Angebot an Robotik und Technologien macht es den Unternehmen leichter, die richtige Kombination zu wählen. Wie Plexus unterstreicht, gibt es zwei Möglichkeiten – eine maßgeschneiderte Automatisierungslösung unter Verwendung einer Vielzahl von Roboterlösungen zu realisieren oder die Integration von Standardlösungen. Standardlösungen können für KMUs praktikabler und erschwinglicher sein.

Berücksichtigt Ihr Plan für 2022 neue Trends im Supply Chain Management?

Wir können nicht mit Sicherheit sagen, wie sich die Lieferkettenprobleme in diesem Jahr entwickeln werden. Wenn Sie jedoch sicherstellen, dass Ihre Lieferkettenprozesse effizient organisiert sind, sollten Sie in der Lage sein, alle unvorhergesehenen Herausforderungen zu meistern, die auf Sie zukommen.

Die vielleicht größte Tendenz bei den Entwicklungen in der Lieferkette ist, dass die Unsicherheiten in den Lieferketten bis weit ins Jahr 2022 anhalten werden.

Bestandsoptimierung Lieferkette COVID-19

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