Das Basiskonzept des Sicherheitsbestand

Der Sicherheitsbestand wird als ein Bestand definiert, der gelagert wird, um die Mehrzahl an fehlenden Beständen zu verhindern. Fehlbestände ergeben sich aus Faktoren, wie sinkende Kundennachfrage, Vorhersageungenauigkeit und Variabilität in der Beschaffungszeit. Viele Unternehmen schauen sich nur ihre eigenen Nachfrageschwankungen an und nehmen an, dass es nicht genügend Konsistenz gibt, um die zukünftige Variabilität vorherzusagen. Sie fallen dann darauf zurück, entweder auszuprobieren oder auf Regeln basierend, wie beispielsweise innerhalb von ein paar festgelegten Wochen, eine historisch basierende Durchschnittsnachfrage zu lagern.

Leider neigen die auf Regeln basierende Ansätze dazu einen “eine Größe passt immer”-Ansatz für die Lagerbestandsführung zu benutzen. Dies bedeutet, dass durch Regeln nur manchmal die richtige Bestandsmenge für einige Artikel geliefert wird, sodass wiederum zu viel oder zu wenig Bestand für andere Artikel vorhanden ist, um die gewünschte Produktverfügbarkeit adäquat zu erreichen.

Lager Sicherheitsbestand

4 Hauptgründe, um einen Sicherheitsbestand zu haben

Als Resultat erhalten wir Bestandsungleichgewichte, welche gleichzeitig zu großen Bestandskosten, erschwerten Kapitalfluss und/oder inkonsistenter Produkt-Verfügbarkeit führen. Zusätzlich sind auf Regeln basierende Ansätze sensibel in Hinsicht auf Nachfrageveränderungen. Wo liegt da das Problem, fragen Sie sich jetzt wahrscheinlich? Dies bedeutet, dass der Sicherheitsbestand bzw. die Sicherheitsbestände relativ statisch festgelegt wird und nicht an andere wichtige Faktoren, wie beispielsweise die Produkt-Verfügbarkeit die Prognosegenauigkeit und Beschaffungszeitvarianz gebunden ist.

  1. Sicherheitsbestände schützen vor unvorhersehbaren Veränderungen in der Lieferung und/oder Nachfrage
  2. Um Vorhersageungenauigkeiten zu kompensieren (nur im Fall, wenn die Nachfrage größer als die Vorhersage ist)
  3. Der Zweck liegt darin Störungen in der Herstellung oder Lieferung zu vermeiden
  4. Vermeiden Sie Bestandsausfälle, um den Kundenservice und die Kundenzufriedenheut aufrechtzuerhalten.

Es wurde bewiesen, dass auf Regel basierende Ansätze weniger effektiv sind, wenn es darum geht, die optimale Bestellmenge bzw. Bestandsniveau für viele Vorgänge festzulegen. Ein mathematischer Ansatz für den Sicherheitsbestand rechtfertigt nicht nur dem benötigten Bestandsniveau für Unternehmensleiter, sondern auch eine Balance zwischen konkurrierenden Zielen wie Maximierung des Kundenservices und Minimierung der Bestandskosten. Die verschiedenen Methoden um Sicherheitsbestände zu berechnen, sind hier aufgelistet:

1. Fixer Sicherheitsbestand

Unternehmen können ein fixes Sicherheitsbestandsniveau für ihre Güter festlegen. Diese Anzahl kann durch Einschätzungen des Lager-Managers oder Bestandslevel-Kalkulationen festgelegt werden. Diese basieren oftmals auf dem addierten Level und nicht den individuellen Lagerteilen. Die Methode führt jedoch zu hohen Bestandskosten oder Ausfällen, da die Nachfrage nicht immer konstant oder gleich hoch für alle summierten Teile in der Gruppe, ist.

2. Zeitbasierte Kalkulation

Ein zeitbasiertes Niveau der Sicherheitsbestände wird benutzt, um den benötigten Bestand für eine fixe Periode zu kalkulieren. Neben dem zyklischen Bestand wird normalerweise ein Anteil oder ein Wochendurchschnitt der Verkäufe hinzugefügt. Diese Methode hat jedoch, besonders wenn sich Lagerteile langsam bewegen, einen Nachteil, da es keine Verbindung zu der Beschaffungszeit gibt. Dies kann letzten Endes zu einer großen Menge an unnötigen Kapital führen, das im Sicherheitsbestand gebunden ist.

3. Statistische Kalkulation

Der mathematische Ansatz, welcher mathematische Wahrscheinlichkeitsrechnungen benutzt, entwickelt Bestellungen und Regelmäßigkeiten auf Summen von mehr oder weniger verschiedenen Elementen. Verschiedene statistische Kalkulationen werden in der Literatur präsentiert und liefern bessere Ergebnisse als fixe oder zeitlich abgeschätzte Sicherheitsbestände. Behalten Sie hierbei im Hinterkopf, dass mathematische Methoden mehr oder weniger leicht manuell in Ihre Softwarelösung implementiert werden können.

Statistische Kalkulation der Sicherheitsbestände

Lassen Sie uns zuerst einen Blick auf die grundlegende Berechnung des Sicherheitsbestandes werfen. Die in der Literatur oft verwendete Kalkulationsregel und somit als Standard aufgestellte Rechnung, um den Sicherheitsbestand zu kalkulieren, nimmt eine feste Nachbefüllungszeit und eine stochastische oder zufällige Verteilung des Konsums an in diesem Zeitraum an:

sicherheitsbestand statistische formel

Wenn Ihre Bearbeitungszeit, Bestelldurchgangszeit und Vorhersageperioden, sowie Ihre Vorhersage für jede Periode gleich ist und der Durchschnitt der aktuellen Nachfrage für diese Perioden gleich wäre, würde diese einfache Regel gut funktionieren. Da dies sehr selten vorkommt, müssen Sie einen zusätzlichen Faktor zu der Formel hinzufügen, um diese Variationen zu kompensieren.

Gleichung für den Sicherheitsbestand, welche Nachfrage sowie Varianz in der Bearbeitungszeit beinhalten

In der vorherigen Gleichung wurde der Sicherheitsbestand benutzt, um die Nachfragevarianz zu kompensieren. Wenn jedoch die Varianz in der Bearbeitungszeit ein Grund zur Sorge ist, muss die Sicherheitsbestandsgleichung erweitert werden, um Lieferkettenvariationen abzudecken.

formel sicherheitsbestand variation

Diese Gleichung nimmt immer an, dass der Standardfehler zwischen der vorhergesagten und tatsächlichen Nachfrage eine Normalverteilung hat. Mit anderen Verteilungen ist die Qualität der Ergebnisse fragwürdig. Für Artikel mit periodischen Nachfragewegen, wie beispielsweise eine langsame und klumpige Nachfrage, passt eine Poissonverteilung oder negative Binomialverteilung besser.

Wenn Sie mehrere Softwarelösungen haben, kann es sinnvoll sein, einige zusätzliche Details anzuschauen, da es teuer sein kann, wenn der Sicherheitsbestand nicht richtig kalkuliert wird. Profesionelle Bestandsoptimierung und die richtige Kalkulation des Sicherheitsbestandes gehen dabei Hand in Hand.

 

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