Supply Chain Optimierung – Optimale Prozesse im Lager

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Tags: Branchen-Neuigkeiten, Einkauf & Nachschub

Daniel Fritsch   19 Oktober 2015


Inhaltsverzeichnis

  1. Was bedeutet Supply Chain Optimierung?
  2. Supply Chain Prozesse Gestaltung und Optimierung
  3. Methoden Supply Chain Optimierung
  4. Optimierung der Supply Chain
  5. Software zur Supply Chain Optimierung

Was bedeutet Supply Chain Optimierung?

Der Begriff Supply Chain heißt zu Deutsch „Versorgungskette“ und hat sich heute allgemein durchgesetzt als unternehmerischer Fachausdruck für die Gesamtheit des Informations-, Material- und Werteflusses vom Rohstofflieferanten über die Produktion bis hin zum Kunden. Vergleichbare Abläufe gibt es im Prinzip auch bei Dienstleistungen. Dort wird dieser Begriff nur seltener benutzt.
Supply Chain hat starke Bezüge zur Logistikkette. Logistik meint sämtliche Aktivitäten zur ganzheitlichen Planung, Steuerung und Kontrolle des Material-, Informations- und Werteflusses bei der unternehmerischen Erfüllung von Bestellungen und Aufträgen des Endkunden.
Jedes Management, jede Geschäftsleitung und jeder selbständige Unternehmer oder Freiberufler wird versuchen, solche Prozesse so zeitsparend und kostengünstig wie möglich zu organisieren. Genau dies ist das Ziel der Supply Chain Optimierung.

Supply Chain Prozesse Gestaltung und OptimierungSupply Chain Optimierung Boxen

Bei jeder Supply Chain Optimierung gibt es aber eine rote Linie, die nie überschritten werden darf: Es ist verboten, die Kundenzufriedenheit zu gefährden. Wenn die Kunden zur Konkurrenz wechseln, weil aus Kostengründen an der Qualität und am Service gespart wurde, dann kann eine Firma bald dicht machen. Die Firma kann aber auch genauso bald dicht machen, wenn das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht mehr stimmt und die Zahlen langsam rot und immer röter werden, weil der Markt auf die Verkaufspreise drückt und jedes Unternehmen seine Preise anpassen muss.
Supply Chain Optimierung bedeutet also eine beständige und nicht ungefährliche Gratwanderung zwischen diesen beiden Bereichen. Die Gratwanderung ist dann gelungen, wenn es von den Kunden keine Reklamationen mehr gibt, sondern nur noch Lob und Dank für beste Qualität, einwandfreien Service und tadellose Termintreue. ― So sollte erfolgreiche Supply Chain Optimierung kundenseitig ankommen.
Supply Chain Prozesse Gestaltung und Optimierung hat die Aufgabe, den Material-, Informations- und Wertefluss unter Berücksichtigung aller Kundenwünsche sowohl vom Zeitaufwand als auch von den Kosten her bestmöglich zu planen, zu organisieren und zu kontrollieren. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, wenn es um die logistische Optimierung geht. Fehlerquellen und Mängel müssen sofort erkannt und beseitigt werden während das Lieferkettenmanagement verbessert wird.

Methoden Supply Chain Optimierung

Vor jeder konstruktiven Verbesserung steht eine sorgfältige Analyse des Ist-Zustandes. Bewährt hat sich die „ABC-Analyse“. Ganz allgemein und abstrakt gesprochen bedeutet die ABC-Analyse ein Verfahren, um Gesamtheiten zu sortieren und zu klassifizieren, wobei die Klassengrenzen jeweils vom Benutzer festgelegt werden. Konkret dient die ABC-Analyse bei der Supply Chain Optimierung als Maßstab für die Beurteilung von Versorgungs- und Bereitstellungs-Konzepten.
Die ABC-Einteilung richtet sich nach dem Verhältnis von Mengen und Werten beim Materialfluss.

A = geringe Menge, hoher Wert (im jeweiligen Sortimentsvergleich).
B = sowohl die bewegte Menge als auch der Wert liegen im Mittelfeld.
C = Massengüter mit geringem Wertanteil.

Wenn diese Analyse durchgeführt worden ist, dann lassen sich alle Supply Chain Prozesse differenzieren nach A-, B- und C-Teilen. Das erleichtert es ganz erheblich, die materialwirtschaftlichen Strukturen dieser Prozesse im Rahmen der Supply Chain Optimierung zu erkennen und zu verbessern.

Die „XYZ-Analyse“ verfeinert das vorliegende ABC-Ergebnis noch durch spezifische andere Kriterien wie etwa Gewicht, Volumen oder Verbrauchsschwankungen.

Supply Chain Optimierung Prozesse Menschen

Eine weitere Methode der Supply Chain Optimierung ist die „Prozessmodellierung“. Sie will sämtliche Aktivitäten der Supply Chain möglichst anschaulich darstellen und dokumentieren. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und grafische Darstellungen sind übersichtlicher, eindeutiger und verständlicher als rein rhetorische Vorträge – jedenfalls wenn sie sich auf einen bestimmten Bereich oder Prozess beschränken.
Das bekannteste Modell ist das Organigramm, es macht die Struktur des Unternehmens überschaubar.
Ein anderes Modell beschränkt sich auf den Prozess der Wertschöpfung und heißt deshalb „Wertschöpfungskettendiagramm“ (WKD).
Darüber hinaus gibt noch ganze Kataloge mit weiteren Diagramm-Modellen, für die jeweils speziell entwickelte Software-Tools angeboten werden.
Alle angeführten Methoden Supply Chain Optimierung dienen dazu, sinnvolle unternehmerische Zielvorgaben für die Zukunft festzulegen:
Welche Prozesse sollen innerhalb einer bestimmten Frist perfektioniert werden?

Optimierung der Supply Chain

Optimierung und richtiges Bestandsmanagement in Supply Chains ist das angestrebte Ergebnis aller genannten Methoden und Prozess-Gestaltungen.
Unternehmerisches Hauptziel ist dabei die Gewinnmaximierung durch höhere Umsätze bei sinkenden Kosten.
Nebenziele sind der Erhalt und/oder die Schaffung von Arbeitsplätzen; das Vergrößern des Marktanteils; die Sicherung der Liquidität; eine prozentuale Erhöhung der Rentabilität des Eigenkapitals; größtmögliche Kundenzufriedenheit; die bleibende Selbständigkeit des Unternehmens; die Verbreiterung des Produktangebotes; ein besseres Image in der Öffentlichkeit durch den Einsatz möglichst umweltschonender Produktionsverfahren.

Werden mehrere oder sogar alle Ziele in der vorgegebenen Zeit erreicht, dann kann die Supply Chain Management Optimierung logistischer Prozesse als Erfolg auf der Haben-Seite verbucht werden.

Software zur Supply Chain OptimierungEazystock Application dashboard on an iMac

Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten den Überblick über sämtliche Supply Chain Strategien und Prozesse zu halten. Gleichzeitig wird danach gestrebt die Lagerhaltungskosten zu reduzieren, aber dennoch eine hohe Produkt-Verfügbarkeit dem Kunden zu garantieren. Dies ist ohne eine Software kaum mehr möglich. Durchgesetzt haben sich sogenannte ERP Add-Ons zur Bestandsoptimierung, die sich praktisch mit dem ERP System verbinden und Informationen zu Überbestand, Nachfrageklassifikationen, Prognoseberechnungen, Supply Chain KPIs uvm. zur Verfügung stellen. Neben dem Einsatz von geeignter Software, gibt es noch zahlreiche andere Wege, um den Lagerumschlag zu optimieren. Im folgenden Whitepaper werden diese veranschaulicht:





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