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5 Wege zur Minimierung von Cyber-Sicherheitsrisiken für Ihre Lieferkette

Lesezeit: 4 Min


Die Cybersicherheit der Lieferkette stellt für viele Unternehmen ein wachsendes Problem dar – was angesichts der zunehmenden Zahl von Hackerangriffen nicht überrascht. Zu den jüngsten Beispielen gehört der DarkSide-Cyberangriff auf Colonial Pipeline im Mai 2021, der erst gelöst werden konnte, nachdem den Hackern 5 Millionen Dollar Lösegeld gezahlt wurde. Erst kürzlich, im August, verschafften sich Hacker Zugang zu den persönlichen Daten von über 53 Millionen (aktuellen und ehemaligen) T-Mobile-Kunden.

Nachrichten wie diese werden immer frustrierender und alltäglicher. Und obwohl es leicht ist, diese Unternehmen dafür zu kritisieren, dass sie es nicht geschafft haben, diese Angriffe zu verhindern, ist es wichtig zu wissen, wie viele Gelegenheiten es für Hacker gibt, die Cybersicherheit zu überlisten.

Doch nicht nur große Unternehmen sind von Hacking betroffen, auch kleine und mittelständische Unternehmen sind gefährdet.

Die digitale Transformation vollzieht sich in rasantem Tempo: Der E-Commerce, beflügelt durch die COVID-19-Pandemie, boomt und die Unternehmen führen laufend neue interne Geschäftssysteme ein, um die organisatorische Effizienz darin zu verbessern.

Vor allem die Lieferketten sind mehr denn je vernetzt und erstrecken sich teilweise rund um den Globus. Doch mit dieser Vernetzung und dem Wachstumspotenzial gehen auch Cyber-Bedrohungen einher, die in jeder Phase der Softwareentwicklung, Distribution und Wartung präsent sind.

Doch bevor Sie in Panik geraten, gibt es eine Reihe von bewährten Verfahren, die Sie befolgen können, um Ihre Daten zu schützen und das Risiko digitaler Übergriffe zu minimieren! Ausgangspunkt ist ein proaktiver Ansatz für die Cybersicherheit.

Drei Pfeiler einer sicheren Organisation

Cybersicherheit beginnt in Ihrem Unternehmen. Als Teil einer Lieferkette hat Ihr Unternehmen mit sensiblen Informationen wie Kunden- und Lieferantendaten, geschützten Informationen, geistigem Eigentum und Personaldaten zu tun. Es gibt drei Hauptbereiche, die Sie bei der Einrichtung und Aufrechterhaltung der Cybersicherheit in Ihrem Unternehmen berücksichtigen müssen:

Sicherheit:

Wie handhaben Sie die IT-Sicherheit auf allen Ebenen Ihres Unternehmens? Ihr Netzwerk sollte abgetrennt sein und Firewalls, Proxy-Server und Filter umfassen. Die Daten sollten verschlüsselt und ständig auf ihre Integrität hin überwacht werden. Ihre physische Hardware, z. B. Server, sollte in akkreditierten Rechenzentren oder vor Ort mit eingeschränktem Zugang untergebracht sein. Für den Zugriff Ihrer Mitarbeiter auf Anwendungen sollten eine Zwei-Faktor-Authentifizierung und sichere Passwörter erforderlich sein.

Datenschutz:

Wo werden Ihre Daten gehostet? Befolgen Sie die Datenschutzbestimmungen für Ihr Netzwerk – zum Beispiel die DSGVO? Wissen Sie, was mit Ihren Daten in bestimmten Anwendungen geschieht, wenn Ihr Vertrag endet? Es liegt in Ihrer Verantwortung, zu wissen, wer Zugang zu Ihren Daten hat und welchen Regeln sie in den von Ihnen genutzten Anwendungen unterliegen.

Compliance:

Über welche Zertifizierungen oder Industriestandards für Sicherheit, Datenverfügbarkeit und Vertraulichkeit verfügen Sie? Nicht nur für Ihr eigenes Unternehmen, sondern auch für alle anderen Organisationen/Anwendungen, von denen Sie abhängig sind. Einer der höchsten Standards für die Einhaltung von Vorschriften (und der einzige international anerkannte zertifizierbare Standard für die Informationssicherheit) ist beispielsweise die ISO-27001-Zertifizierung. ISO-27001 ist ein Framework für das Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) einer Organisation. Bei der Prüfung von Organisationen oder Anwendungen, mit denen Sie zusammenarbeiten möchten, ist dies so etwas wie eine Sicherheitsgarantie – und ein gutes Zeichen für die Sicherheitspraktiken einer Organisation.

Verwenden Sie diese Übersicht als Ausgangspunkt, damit Sie sich bei der Einrichtung Ihrer eigenen Cybersicherheitsverfahren auf bestimmte Bereiche konzentrieren können. Sie kann auch bei der Prüfung von Software für Ihr Unternehmen und bei der Zusammenarbeit mit Dritten, z. B. Lieferanten, hilfreich sein.

Eindämmung von Bedrohungen der Cybersicherheit

Heutzutage birgt die Digitalisierung naturgemäß Risiken. Deshalb ist es wichtig, proaktiv zu handeln und Ihre Lieferkette so gut wie möglich zu schützen. Hier sind einige Schritte, die Sie unternehmen können, um die Risiken zu mindern.

1. Bewerten Sie die Sicherheit Ihres Unternehmens und aller anderen Drittanbieter in Ihrem Netzwerk.
Cybersicherheit erfordert ständige Aufmerksamkeit. Die Einführung bewährter Verfahren für die Sicherheit ist nur der erste Schritt; die kontinuierliche Überwachung und Bewertung der digitalen Präsenz Ihres Unternehmens ist ein fortlaufender Prozess. Sie müssen auch die Sicherheit von Drittanbietern oder Lieferanten kennen, die in irgendeiner Form virtuellen Zugriff auf die Informationssysteme oder Daten Ihres Unternehmens haben. Auf welche Daten können sie zugreifen? Wer kann darauf zugreifen? Wie werden sie genutzt?

2. Sichern Sie Ihre wertvollsten Assets.
Was sind die wertvollsten Informationen, die die Hacker finden könnten, wenn die Cybersicherheit Ihres Unternehmens durch einen Cyberangriff verletzt wird? Darauf müssen Sie Ihre größten Sicherheitsvorkehrungen konzentrieren. Ebenso müssen Sie wissen, wenn andere Organisationen in Ihrem Netzwerk angegriffen werden. Welche Ihrer Daten sind über deren Systeme zugänglich? Was können Sie tun, um hier das Risiko zu minimieren?

VPN cyber security on smartphone3. Implementierung einer Zero-Trust-Politik.
Das ist genau das, wonach es klingt: Man geht davon aus, dass alle Daten, Benutzer, Anwendungen oder angeschlossenen Geräte nicht sicher sind, bis das Gegenteil bewiesen ist. Und wie im ersten Abschnitt erwähnt, ist die Sicherheit ein fortlaufender Prozess. Eine kontinuierliche Authentifizierung, Überprüfung und Überwachung ist von entscheidender Bedeutung, vor allem, da die Mitarbeiter immer häufiger remote arbeiten und verschiedene Geräte und Netzwerke verwenden.

4. Machen Sie die Sicherheit zur Aufgabe eines jeden Mitarbeiters.
Sicherheit ist nicht einfach mit der Rekrutierung eines Sicherheitsmanagers erreicht, sondern liegt in der Verantwortung jedes Mitarbeiters Ihres Unternehmens. Vergewissern Sie sich, dass Sie Sicherheitspraktiken und -anforderungen klar und effektiv kommunizieren. Führen Sie alle erforderlichen Schulungen durch und implementieren Sie Prozesse für kontinuierliche Erinnerungen und Aktualisierungen. Die Sicherheit Ihres Unternehmens ist nur so stark wie Ihr schwächstes Glied.

5. Hoffen Sie das Beste, bereiten Sie sich auf das Schlimmste vor.
Niemand will eine Kompromittierung von Daten, aber kein Cybersicherheitskonzept ist 100% sicher. Wie gehen Sie im Falle einer Sicherheitsverletzung vor, um den Schaden zu begrenzen? Dies gilt auch für Verstöße innerhalb Ihrer Organisation und innerhalb von Organisationen in Ihrem Netzwerk. Wie werden Sie im Falle eines Hackerangriffs gewarnt? Eindämmung und Schadensminimierung sind von größter Bedeutung, und jede Maßnahme muss einstudiert, schnell und effektiv sein.

Die Cybersicherheit in der Lieferkette ist eine umfangreiche Aufgabe, aber sie ist der Schlüssel zum Erfolg. Beginnen Sie damit, die Kommunikation und Transparenz innerhalb Ihres Unternehmens zu verbessern, Vertrauen zu allen Drittanbietern in Ihrer Lieferkette aufzubauen und einen wirksamen Plan zur Eindämmung von Sicherheitsverletzungen aufzustellen.

Die Cybersicherheit ist nicht die einzige Herausforderung für die Lieferketten. Versorgungsengpässe auf der ganzen Welt führen zu Verzögerungen und beeinträchtigen die Verfügbarkeit der Bestände. Sind Sie in Ihrer eigenen Lieferkette mit Engpässen konfrontiert? Sind Sie bereit, den nächsten Schritt in der Bestandsoptimierung zu tun? Dann kontaktieren Sie uns gerne!

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