Supply Chain Digitalisierung: Die Zukunft des SCM

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Tags: Blog, Branchen-Neuigkeiten, Technologie

Daniel Martinsson   11 Januar 2018


Supply Chain Digitalisierung Grafik

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum Supply Chain Digitalisierung in der Distribution unvermeidlich ist
  2. Der Prozess der Supply Chain Digitalisierung


Supply Chain Digitalisierung in MarkthalleFür Distributoren gehören die Tage der Excel-Tabellen der Vergangenheit an. Dem MHI Jahresreport nach zufolge glauben 80 Prozent der Marktführer der Zulieferer- und Fertigungsindustrie, dass die Supply Chain Digitalisierung in fünf Jahren die Norm sein wird; 16 Prozent sind überzeugt davon, dass dem bereits heute schon so ist.

Dieser Trend ist nicht neu. Die meisten Zulieferer verwenden bereits Software, um Warenbestände zu überwachen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Zulieferer allerdings aufrüsten; die Zukunft der Distribution verlangt nach Software, die einen Überblick der gesamten Lieferkette als Teil eines größeren Netzwerks in Echtzeit ermöglicht.

Obwohl Digitalisierung das neue Buzzword ist, handelt es sich hierbei um einen breiten Begriff. Robotik, Cloud-Computing und Fahrzeuge sind allesamt Gegenstand des Übergangs zur digitalen Technologie. Allerdings gibt es bei der Supply Chain Digitalisierung drei Schlüsselbereiche: Supply Chain Optimierung, Predictive Analytics sowie Cloud-Computing und Lagerung.

Lieferanten müssen den Unterschied bei der Digitalisierung kennen, um konkurrenzfähig zu bleiben: Einerseits bezieht sich Digitalisierung auf den Prozess des Verschiebens physischer Dokumente wie Geschäftsbücher, Bestellungen und Aufzeichnungen auf Computerdateien. Andererseits hingegen beschreibt sie die Integration physischer Prozesse mit digitalen Daten zur Schaffung einer vollständig optimierten Lieferkette.

Warum Supply Chain Digitalisierung in der Distribution unvermeidlich ist

Die übermäßige Abhängigkeit von Excel-Tabellen ist ein fortlaufendes Problem. Einer 2016 durchgeführten Capgemini-Umfrage nach zufolge erkannten 50 Prozent der Befragten die Notwendigkeit der Lieferketten-Digitalisierung, doch nur fünf Prozent waren mit dem eigenen Fortschritt zufrieden.

Die drei folgenden Hauptfaktoren haben den Charakter der Lieferketten maßgeblich verändert:

Globalisierung

Supply Chain Digitalisierung WeltkugelLieferketten existieren nicht länger ausschließlich in einem Land. Aus Kostengesichtspunkten sind Zulieferer, Lieferanten und Kunden oftmals Teil einer langen, komplexen, multinationalen Lieferkette unter vielschichtiger Kontrolle. Das macht eine Überwachung der gesamten Lieferkette äußerst komplex.

Der Aufstieg des E-Commerce

Kunden erwarten, dass ihre Einkäufe nach Hause geliefert werden. Das markante Wachstum von E-Commerce-Unternehmen wie Amazon ist verantwortlich für die Verbreitung von Distributionszentren und der Zunahme komplexer Lieferketten mit virtuellen Onlineshops, die eine ausgefeilte E-Commerce Logistik notwendig machen.

Wachsende Kundenerwartungen

Kunden suchen nach den besten Preisen und dem besten Service – sie möchten Waren günstig erstehen und unmittelbar erhalten. Die Notwendigkeit schneller und akkurater Auftragsabwicklung befeuert den Übergang zur Lieferketten-Optimierung.

Obgleich zahlreiche Organisationen sich Warenwirtschaftssystemen (ERP-Software) bedienen, ist dies bloß ein Schritt in die richtige Richtung. Supplier Relationship Management (SRM) Software verschafft einen allgemeinen Überblick über die Lieferkette, ist alleine allerdings nicht agil genug. Um die Langlebigkeit und das kontinuierliche Wachstum und die Lieferantenauswahl aus einer Vielzahl von Lieferanten zu gewährleisten, wird weitere Unterstützung im Rahmen der Supply Chain Digitalisierung benötigt.

Der Prozess der Supply Chain Digitalisierung

Es gibt einen Prozess, in dessen Zuge Lieferanten den Schritt in Richtung Lieferketten- und Logistik Digitalisierung gehen können. Zu Beginn müssen sie Nachfragespitzen und –tiefen ausloten. Vorhandene ERP-/SRM-Software genügt, um diese Daten mit Hilfe der Nachverfolgung der Bewegungen von Gütern innerhalb des Lagersystems zu erstellen.

Im zweiten Schritt des Vorgangs werden diese Daten genutzt, um sowohl den Lagerbetrieb als auch die Lieferkettenlogistik zu optimieren. Um das zu erreichen, müssen Unternehmen über SRM und ERP hinausgehen; sie benötigen Spezialsoftware zur Lageroptimierung, die Auftragsplanung und Lagerbestandsdaten in Echtzeit automatisch gegenrechnet, sodass die Auftragsplanung digital mit den prädikativen Analysen verbunden werden kann. Das wird garantieren, dass ein hoher Prozentsatz der Auftragsabwicklung ohne Überbestand erfolgen kann.

Letzterer Schritt beinhaltet den Erwerb ergänzender Bestandsoptimierungssoftware, um sicherzustellen, dass Bestände dorthin verschoben werden können, wo sie benötigt werden, sodass Fehl- und Überbestände vermieden werden.

Tablet mit Lösung zur Supply Chain DigitalisierungKleinere und mittelgroße Unternehmen (KMUs) müssen sich nicht weiter um die Kosten der Software und den durch die Installation neuer Hardware verursachten Umbruch Sorgen machen. Ein Großteil der Bestands- und Planungssoftware ist als Software-as-a-Service (Saas)-Produkt verfügbar und nutzt die Cloud zur Datenspeicherung und -Verarbeitung.

Die Cloud ist sicherer als viele denken und ermöglicht dank des Internets der Dinge (IoT) den Zugriff und die Verarbeitung von Daten allerorts von smarten Geräten. KMUs können von der Cloud-basierten Speicherung riesiger Datenmengen profitieren ohne in Speicherserver investieren zu müssen. Zudem sind viele Softwares retro-kompatibel zu vorhandenen ERP-/SRM-Lösungen.

Mit der zunehmenden globalisierten Komplexität moderner Lieferketten und erhöhten Kundenerwartungen sind KMUs gefährdet, zurückzubleiben, wenn sie es versäumen, ihre Bestands- und Logistikprozesse zu digitalisieren. Die Software kann problemlos auf vorhandene Lösungen abgestimmt werden und sowohl der Dienstaufwand als auch die Installationskosten sind erschwinglich. KMUs sollten also abwägen, ob sie es sich leisten können, nicht Teil der digitalen Revolution zu sein.

Dieser Artikel beschrieb nun die Richtung, welche das SCM bei der Supply Chain Digitalisierung höchstwahrscheinlich einschlagen wird. Wenn Sie wissen wollen, wie man aktuell die beste Strategie für die Lieferkette wählt und was die wichtigsten Kennzahlen dabei sind, empfehlen wir folgenden Ratgeber zum Download:

Supply Chain Management