Supply Chain Management im E-Commerce für gesunden Wachstum – Teil 1

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Tags: Blog, Einkauf & Nachschub, Lagerbestandsoptimierung

Dominik Seidel   25 September 2017


Bestandsoptimierung im E-Commerce Visualisierung

Inhaltsverzeichnis

  1. Supply Chain Management im E-Commerce: Mit dem Wachstum Schritt halten!
  2. Optimiertes Bestandsmanagement als Must-have für das Supply Chain Management im E-Commerce
  3. 1 Produktverfügbarkeit & Service Level als kritische Faktoren
  4. 2 Interne und externe Bewertungen als Qualitätsmaß
  5. 3 Überbestand als Kostenfalle für das Supply Chain Management im E-Commerce
  6. Proaktive Planung als Best-Practice für das Supply Chain Management im E-Commerce

Supply Chain Management im E-Commerce: Mit dem Wachstum Schritt halten!

Auch dieses Jahr konnte die E-Commerce Branche in Deutschland wieder, wie in den Vorjahren auch, einen Umsatzanstieg verzeichnen. Das Ganze wurde im Rahmen der „„E-Commerce-Markt Deutschland 2017“-Studie ermittelt. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 27,4 Milliarden Euro im E-Commerce (in Deutschland erwirtschaftet – verglichen zu den 24,4 Milliarden im Jahre 2015 ist das eine rapide Steigerung um etwa 12%. Das entsprechende Ranking der Top 10 Online Shops vom letzten Jahr gemessen am Umsatz sehen Sie hier:

Supply Chain Management im E-Commerce Ranking Online Shops

Ein solches Wachstum bedeutet für ein jedes Unternehmen, das sich dieser Branche zuordnen lässt, auch mit diesem Wachstum Schritt halten zu müssen und sich auf geänderte Bedingungen optimal anzupassen. In einer so rapiden Phase des Wachstums einer Branche ist es nämlich unentbehrlich, nicht den Anschluss zur Konkurrenz zu verlieren. Des Weiteren drängen konsequenterweise immer mehr Mitbewerber in den Markt, die diese Progression ebenfalls ausnutzen wollen.

Diese Notwendigkeit der Weiterentwicklung des eigenen Supply Chain Management im E-Commerce betrifft zahlreiche Bereiche des Unternehmens. Eine der wichtigsten Kerngebiete ist sicherlich der Bereich Logistik und Bestandsmanagement. Denn mit Wachstum des Unternehmens gehen Hand in Hand eine Steigerung der Bestände und ein höherer Lagerumsatz. Dieses gilt es in den Griff zu bekommen, um wirtschaftlich agieren zu können! Im Folgenden wird darauf eingegangen, warum speziell das Bestandsmanagement für Ihr Wachstum ein entscheidender Faktor sein wird und wie sie diesen meistern.

Optimiertes Bestandsmanagement als Must-have für das Supply Chain Management im E-Commerce

1. Produktverfügbarkeit & Service Level als kritische Faktoren

Als Geschäftsführer eines E-Commerce Unternehmens dürfte Ihnen reichlich bekannt sein: Das gebotene Service Level dem Kunden gegenüber, maßgeblich durch die Produktverfügbarkeit geprägt, entscheidet, ob dieser den Kauf bei Ihnen tätigt oder zur Konkurrenz abwandert. Somit sind Service-Level Grade von nahezu oder gleich 100% im E-Commerce in der Regel vorausgesetzt.

Denn die Konkurrenz ist in den meisten Produktsparten des E-Commerce in Form zahlreicher Mitbewerber vertreten. Und wie Erfahrungswerte zeigen, ist der Online-Kunde recht sensibel, wenn es darum geht ob bzw. wie schnell ein Produkt verfügbar ist. Sollte der angegebene Zeitraum für den Kunden zu hoch erscheinen, wird der nächste Schritt sein, dass er sich bei anderen Online Shops umschauen wird. Für ein Nicht-Einhalten des Liefertermins und damit des versprochenen Service Levels gilt, dass man diesen Kunden mit hoher Sicherheit verlieren wird und womöglich noch schlechte Bewertungen in Kauf nehmen muss, die der Reputation erheblich schaden.

Supply Chain Management im E-Commerce Tablet Orders

Die Folgen, die sich daraus für Sie bzw. Ihre Prozesse im Unternehmen ergeben sind weitreichend: Von Einkaufsmanagement und Lieferantenmanagement über Bestandsmanagement bis hin zu Supply Chain Management und Logistik bedarf es perfekt aufeinander abgestimmter und in sich optimierter Prozesse. Wenn nur ein Glied dieser Kette nicht richtig funktioniert, hat das negative Auswirkungen auf alle anderen, was insgesamt in einem verringerten Erfolg des Unternehmens und Umsatzeinbußen resultieren wird.

2. Interne und externe Bewertungen als Qualitätsmaß

Neben dem eben genannten Punkt ist ein weiterer von erheblicher Bedeutung für Ihre Performance und Wachstum. Nämlich welchen Ruf Sie nach außen hin repräsentieren in Form gesammelter Kundenbewertungen und -erfahrungen. Wie Sie wissen, ist für viele potentielle Kunden die erste Anlaufstelle beim Online Shopping eine der einschlägigen Preis-Vergleichs-Suchmaschinen. Hierbei erfolgt das Ranking der Suchtreffer bzw. anbietenden Händler auch auf Basis der abgebebenen Kundenbewertungen. Und wie erhalten Sie gute Bewertungen? Indem Sie im Rahmen der E-Commerce Distribution das richtige Produkt in der richtigen Menge zur angegebenen Zeit liefern!

Supply Chain Management im E-Commerce Rating

Darüber hinaus benutzen Plattformen wie eBay oder Amazon auch interne Kennzahlen, um die Kredibilität eines Händlers abzuwägen. So werden solche Händler bevorzugt, etwa im Ranking der Suchergebnisse, die sich durch eine hohe Liefertreue oder Liefergeschwindigkeit ausgezeichnet haben. Das ist nur eine Facette – die andere ist, dass die Plattformen diese Supply Chain Kennzahlen nutzen, um sie als Zielvorgabe herauszugeben. Unterschreitet man gewisse Minimalwerte an Service-Level, kann dies zu Abstrafungen in Form von temporären bis hin zu dauerhaften Account-Sperren führen.

Abschließend sollte hier noch erwähnt werden, dass abgesehen von den Bewertungen, der Ruf Ihres Unternehmens in der E-Commerce-Welt viel schneller Schaden nehmen kann, als offline. Zum Beispiel durch kritische Social Media Posts, oder aber ein (negativer) Austausch über Ihre Firma/Ihren Service in Foren, Blogs, oder anderen Online Medien. Die Gefahr besteht dann darin, dass Leute bei der Suche nach Ihrem Unternehmensnamen auf solche Treffer stoßen und sich gegen ein Geschäft mit Ihnen entscheiden. Daher sollten Sie der obersten Devise treu bleiben: Eine großartige Shopping Erfahrung mit einer Liefertreue von 100% zu bieten!

3. Überbestand als Kostenfalle für das Supply Chain Management im E-Commerce

Viele aufstrebende E-Commerce Unternehmen stoßen im Zuge ihres Wachstums an die Grenzen ihrer Kapazitäten im Bestandsmanagement. Denn die Komplexität für den Bereich Supply Chain Management im E-Commerce wächst bei steigender Unternehmensgröße – mit größer werdendem Produktportfolio, wachsender Lieferantenbasis, Zunahme von Retouren etc. – rasant.

Ein großer Fehler der daraufhin in der Praxis oft begangen wird, ist die Erhöhung der Bestände, um weiterhin den angestrebten Ziel Service-Level Grad aufrecht zu halten. Das ist aber genau der falsche Ansatz! Bestände sind gebundenes Kapital und nehmen bei E-Commerce Unternehmen einen Großteil des Gesamtkapitals ein. Überbestand, der schnell zu Altbestand mutieren kann, ist deshalb gleichbedeutend mit totem Kapital, was schnell zu einer Kostenexplosion führen kann.

Supply Chain Management im E-Commerce Warehouse full

Hinzu kommen die oft hohen Lagerkosten, mit welchen vor allem Start-Ups oder schnell wachsende Unternehmen zu kämpfen haben, da sie in der Regel noch über keine ausreichend großen Warenlager verfügen. In einem solchen Fall wird dann oft Lagerplatz extern angemietet oder man outsourced die Abwicklung gewisser Produkte zu externen Dienstleistern/Plattformen (z.B. „sold by company ABC – shipped by Amazon“). In beiden Fällen besteht ein hohes Risiko für Sie als Unternehmer, bei Nicht-Abverkauf in die Kostenfalle zu tappen und Ihr Wachstum zu verlangsamen oder gar zu unterbinden.

Dieses verteilte Auftragsmanagement („Distributed Order Management“) im Generellen ist derzeit ein großer Trend in der Branche, steigert aber die Gefahr von Fehl-, Alt- und Überbeständen. Hier ist die große Herausforderung, ein System zu implementieren, dass eine zentrale Sicht auf die Bestände aller Beteiligten in einem solchen Netzwerk ermöglicht. Je schneller die der Austausch zwischen Ihrem Unternehmen und den Stakeholdern hier stattfindet über Bestandslevel, desto zuverlässiger und effizienter können Sie die Bestellungen ausführen.

Proaktive Planung als Best-Practice für das Supply Chain Management im E-Commerce

Nun haben Sie die bekanntesten und schwerwiegendsten Herausforderungen kennengelernt, mit denen sich jeder Verantwortliche eines E-Commerce Unternehmens im Wachstum früher oder später zu befassen hat. Doch keine Sorge! Es gibt adäquate Lösungsansätze und Methoden um diese automatisiert in den Griff zu bekommen.

Entscheidend ist in allen Fällen immer eine proaktive Planung. Man muss durch geeignete Software zum Beispiel frühzeitig Nachfragen prognostizieren können, anstelle nur darauf reagieren zu können, wenn diese Tendenzen schon eingetroffen sind.

Lesen Sie hier Teil 2 dieses Beitrages. Dort stellen wir Ihnen dann konkret vor, wie Ihr Business sich wappnen kann um für die Zukunft und ein gesundes Wachstum aufgestellt zu sein.

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