Lieferzuverlässigkeit – Definition, Berechnung und Herausforderungen

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Tags: Blog, Einkauf & Nachschub, Lagerbestandsoptimierung, Tipps & Tricks

Dominik Seidel   18 August 2016


Transportmanagement Übersicht

Inhaltsverzeichnis

  1. Lieferzuverlässigkeit Definition
  2. Lieferzuverlässigkeit Formel
  3. Berechnungsbeispiel
  4. Lieferzuverlässigkeit als Kennzahl
  5. Welche Faktoren beeinflussen die Lieferzuverlässigkeit?
  6. Die Herausforderung im Bereich der Lieferzuverlässigkeit
  7. Status Quo

Lieferzuverlässigkeit Definition

Die Lieferzuverlässigkeit beschreibt die Wahrscheinlichkeit mit der die Termin- und Liefertreue des Versenders eingehalten wird, sprich wie zuverlässig die bestellte Ware beim Kunden ankommt. Sie wird auch als Termintreue oder On-Time-Delivery bezeichnet. Dabei werden verschiedene Einflussfaktoren wie der Transport, die Auftragsbearbeitung aber auch die Zuverlässigkeit einzelner Teilprozesse im Bereich der Auftragserfüllung miteinbezogen. Bestimmt werden kann die Lieferzuverlässigkeit über den Lieferbereitschaftsgrad. Dabei kann es sich beispielsweise um das Verhältnis zwischen eingegangenen und erfüllten Aufträgen handeln. Nicht zu verwechseln ist die Lieferzuverlässigkeit mit der Lieferzeitzuverlässigkeit, die sich ausschließlich auf die Lieferzeit fokussiert und nicht auf die Erfüllung sämtlicher Lieferversprechen.

Lieferzuverlässigkeit Formel

Die Lieferzuverlässigkeit wird immer auf Basis eines bestimmten Zeitraumes berechnet, und ergibt sich dann wie folgt:
lieferzuverlässigkeit formel

Berechnungsbeispiel

Ein Fachversand von PC-Komponenten verspricht seinen Kunden im gewerblichen Bereich eine Lieferzeit von 5 Werktagen und zwar ab der Bestellung bis zum Eingang der Ware. Monatlich gehen 200 Bestellungen ein, von denen 190 fristgerecht zugestellt werden können. Sechs von diesen pünktlichen Bestellungen weisen Mängel auf, da das gelieferte Produkt oder die Menge fehlerhaft war. Daraus ergibt sich, dass 16 von 200 Bestellungen bzw. Lieferungen fehlerhaft waren. Die Lieferzuverlässigkeit beträgt somit 92 Prozent.

Lieferzuverlässigkeit als Kennzahl

Bei der Lieferzuverlässigkeit handelt es sich um eine Kennzahl aus dem logistischen Gesamtsystem hinsichtlich der Lieferservice-Qualität. Um den Liefer-Servicegrad in seiner Gesamtheit bewerten zu können, kommen noch folgende Kennzahlen zum Einsatz: Termintreue, Lieferungsbeschaffenheit und Lieferflexibilität. Je nach Branche können hier auch noch weitere Einflussfaktoren miteinbezogen werden. Zusammengefasst werden diese Kennzahlen auch unter den Begriffen Perfect Order Fulfillment oder Service-Level.

Welche Faktoren beeinflussen die Lieferzuverlässigkeit?lieferzuverässigkeit versandlager pakete

Wie bereits erwähnt, müssen in einem Unternehmen die Lieferprozesse optimiert sein, damit die Lieferzuverlässigkeit maximiert wird. Dabei müssen nicht nur die internen Lieferprozesse, sondern auch die Prozesse von den involvierten Logistik-Dienstleistern Beachtung finden. Grundsätzlich können im Bereich der Lieferzeit vier Segmente unterschieden werden: Dazu gehört zum einen die bestellabwicklungsbedingte Lieferzeit. Diese beschreibt die Organisation der Bestellung innerhalb des Unternehmens und bestimmt somit den Zeitraum zwischen dem Bestelleingang seitens des Kunden und der Weitergabe an das Lager.

Zum anderen gibt es die lagerbedingte Lieferzeit. Diese beschreibt wiederum, wie lange es dauert bis die an den Lagerbereich übermittelte Bestellung in die Kommissionierung und Versandvorbereitung geht. Dabei müssen verschiedene Kriterien abgewogen werden. Etwa ob Verzögerungen aufgrund von Fehlmengen entstehen, oder ob man eine höhere Lieferbereitschaft bei einer gleichzeitig erhöhten Kapitalbildung durch die dafür nötigen höheren Lagerbestände anstreben will.

Beim dritten Bereich handelt es sich um die transportbedingte Lieferzeit, sprich die Zeitspanne zwischen Auslieferung und Eintreffen der Ware beim Kunden.

Zu guter Letzt existiert die standortabhängige Lieferzeit. Schließlich dauert die Lieferung je länger umso weiter das Lager vom Kunden entfernt ist. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Lieferbeschaffenheit. Diese kann verbessert werden, indem Mitarbeiter-Schulungen durchgeführt werden oder optimierte Verpackungsmaterialien gewählt werden.

Die Herausforderung im Bereich der Lieferzuverlässigkeit

Die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht, insbesondere im Logistikbereich steigen stetig die Anforderungen. Wer sich im Wettbewerb weiterhin an der Spitze positionieren will, muss seine Prozesse optimieren und dazu gehört auch eine kontinuierliche Einhaltung der Lieferzuverlässigkeit. Hinzu kommt, dass insbesondere Großhändler und Distributoren prompt auf schwankende Nachfragen reagieren müssen und die erwartenden Service-Level der Kunden immer umfangreicher werden. Dadurch steigt natürlich auch der Kostendruck. Um diese Anforderungen erfüllen zu können ist ein erfolgreiches Lager- und Bestandsmanagement eine Grundvoraussetzung.

Unentbehrlich ist in diesem Zusammenhang eine intelligente Software, die das Bestandsmanagement professionell unterstützt. Schließlich muss diese in der Lage dazu sein, auch gegensätzliche Interessen im Einklang zu bringen. Dazu gehören zum Beispiel niedrige Lagerbestände, eine geringe Kapitalbindung und dass bei einer gleichzeitigen hohen Lieferbereitschaft, Lieferzuverlässigkeit und einer flexiblen Lieferzeit. Darüber hinaus wird durch internationale und verteilte Produktions-, Vertriebs- und Beschaffungsstandorte die Ausgangssituation noch komplexer. Das Gesamtkonzept muss alle Teilprozesse, angefangen bei der Produktion, vom Lager bis hin zum Kunden miteinbeziehen. Nur dann kann eine bestmögliche Lieferzuverlässigkeit gewährleistet werden.

Im Großhandel ist dies eine besondere Herausforderung, da viele Prozesse und Stakeholder an einer erfolgreichen Warenzustellung beteiligt sind. Oftmals sind auch mehrere Lager vorhanden, die aufeinander abgestimmt verwaltet werden müssen. Nicht zu vergessen sind dabei die Kosten, die man stetig im Blick haben sollte. Daher muss eine hochwertige Bestandsmanagement-Software auch Nachfrageprognosen, die Bestandsplanung von mehreren Lagerstandorten und das Management von Saisonalitäten unterstützen. Das Ziel besteht somit darin die logistische Leistungsfähigkeit zu steigern und die komplette Kostensituation über alle Prozesse zu optimieren.lieferrückstand software bestandsoptimierung bildschirm

Status Quo

Leider gibt es noch immer viele Unternehmen, die sehr zögerlich damit umgehen, eine professionelle Software für ihr Bestandsmanagement einzuführen. Dabei wird in Zukunft eine passende Software in diesem Bereich mit steigender Komplexität unausweichlich sein. Zumindest dann, wenn man auf dem Markt wettbewerbsfähig bleiben möchte. Einige Prozesse lassen sich im Großhandel gänzlich nur noch effektiv über eine passende Software kostengünstig und produktiv steuern. Alles in allem ist es natürlich auch wichtig, regelmäßige Wettbewerbsvergleiche durchzuführen und den Markt zu evaluieren. So ist man stets darüber informiert, welche Lieferbedingungen seitens der Kunden aktuell gefordert und erwartet werden und welche Optimierungen dementsprechend noch durchgeführt werden sollten. Eine führende Bestandsmanagement-Software ist zum Beispiel Eazystock, über welche sich dezidiert Nachfrage-Prognosen, das Werbemanagement, eine Multi-Echelon-Planung sowie Bestands-KPIs und Berichte planen und anfertigen lassen.

Davon abgesehen ist ein gesundes Maß hinsichtlich der Lieferzuverlässigkeit damit verbunden, seine Lieferbereitschaft durch optimales Bestandsmanagement zu erhöhen. Konkrete Lösungsansätze zu diesem Vorhaben finden Sie in folgendem Ratgeber:

Ratgeber: Lieferbereitschaft erhöhen