Mit den richtigen Lagerhaltungsstrategien Kosten senken

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Tags: Blog, Lagerbestandsoptimierung

Daniel Fritsch   22 Juli 2015


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Inhaltsverzeichnis

  1. Die Varianten der Lagerhaltungsstrategien
  2. Vor- und Nachteile der Verfahren
  3. Anforderungen an Lagerhaltungsstrategien
  4. Fazit

Wer ein Lager betreibt, sei es im Handel oder in der Produktion, muss stets die gegensätzlichen Ziele optimale Lieferfähigkeit einerseits und möglichst geringe Lagerhaltungskosten andererseits berücksichtigen. Lagerhaltungsstrategien sind Entscheidungsregeln, mit denen der optimale Bestand, Bestellmengen und -zeitpunkte unter Berücksichtigung aller inner- und außerbetrieblichen Rahmenbedingungen festgelegt wird.

Die Varianten der Lagerhaltungsstrategien

Wann, wie oft und in welcher Menge ein Artikel (nach-)bestellt wird, entscheidet die Lagerhaltungsstrategie. Dabei gibt es drei unterschiedliche Verfahren:

  • Das Bestellrhythmus-Verfahren, bei dem in konstanten Zeitintervallen entweder eine feste Menge bestellt oder das Lager bis zu einem festgelegten Bestand aufgefüllt wird
  • Das Meldebestandsverfahren, bei dem immer bestellt wird, wenn ein bestimmter Bestand unterschritten wird.
  • Das Kontrollrhythmus-Verfahren, das eine Kombination der ersten beiden Verfahren ist; hier werden in festen Intervallen Bestände geprüft und bei Unterschreitung des Mindestbestandes bzw. -mengefeste Mengen bestellt oder bis zum Sollbestand aufgefüllt.

Die Zielsetzung der Lagerhaltungsstrategie ist die Minimierung der Kosten, den Lagerbestand senken und gleichzeitig ein möglichst hohes Servicegrad erhalten. Bei der Auswahl einer geeigneten Lagerhaltungsstrategie sind daher neben den eigentlichen Lagerhaltungs- und Zinskosten auch Beschaffungskosten und -zeiten, die voraussichtliche Nachfrage sowie die aus Fehlmengen entstehenden Kosten zu berücksichtigen.

Vor- und Nachteile der Verfahren

Die einfachste Lagerhaltungsstrategie, das regelmäßige Bestellen einer festen Menge erfordert keinen nennenswerten Aufwand im Beschaffungsprozess. Es ist auch das einzige Verfahren, bei dem ein aktueller Lagerbestand nicht benötigt wird. Der Einsatz dieser Lagerhaltungsstrategie sollte allerdings auf die kontinuierliche Fertigung oder Verteilung von Massenware beschränkt sein. Beispiele hierfür sind die Herstellung von Grundstoffen für die chemische Industrie oder der Großhandel mit Lebensmitteln. Auftretende saisonale Schwankungen können durch manuelle Anpassung von Mengen oder des Bestellrhythmus ausgeglichen werden. Der Aufbau von Überbeständen im Lager durch unvorhergesehene Ereignisse ist so aber kaum zu verhindern.

Dafür ist eine Lagerbestandsführung notwendig, wie sie bei den Lagerhaltungsstrategien mit festen Bestell-Rhythmen und Auffüllen der Bestände zum Tragen kommt. Hier wird für jeden Artikel ein Sollbestand festgelegt. Eine IT-seitige Unterstützung durch Generierung von Bestellvorschlägen ist durch Vergleich von Soll- und Ist-Bestand sehr einfach. Absatzschwankungen werden so automatisch ausgeglichen.

Für eine noch höhere Flexibilität und Genauigkeit bei stärker schwankendem Absatz ist das Meldebestandsverfahren als Lagerhaltungsstrategie besser geeignet. Hier wird nur dann nachbestellt, wenn ein festgelegter Mindestbestand pro Artikel erreicht oder unterschritten wird. Dadurch kann nicht nur der Bestand im Lager, sondern auch die Bestellmenge berücksichtigt und optimiert werden. Relativ hohe Sicherheitsbestände müssen bei dieser Art der Lagerhaltungsstrategie aber eingeplant werden.

Das Kontrollrhythmus-Verfahren vereint die Vorteile der bestands-abhängigen Bestellung mit der regelmäßigen Überprüfung aller Bestände auch abseits von Meldebeständen. Schwankungen im Absatz und damit im Bestand können so zeitiger erkannt werden als beim reinen Meldebestandsverfahren.

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Anforderungen an Lagerhaltungsstrategien

Während der Druck auf die Logistik wächst, die internen Lagerhaltungskosten zu minimieren, werden gleichzeitig durch die Globalisierung neue Beschaffungsmärkte erschlossen, die potenziell längere Beschaffungszeiten bedeuten und möglicherweise unsicherer sind als die vorhandenen. Gleichzeitig werden Produkte immer individueller und Absatzmärkte fordern einen sehr hohen Servicegrad. Für den Lagerhalter und die Lagerhaltungsstrategien bedeutet das höhere Komplexität, weil mehr Flexibilität gefordert ist. Ständige Bestandskontrolle und Anpassung aller Parameter der gewählten Lagerhaltungsstrategie sind notwendig, um den sich dauernd ändernden Anforderungen gerecht zu werden.

Fazit

Kaum ein Unternehmen kann heute noch auf IT-Unterstützung bei der Verwaltung seiner Lagerbestände verzichten. Absolut aktuelle Bestände, auch über Standort-Grenzen hinweg, möglichst genaue Prognosen zur Nachfrage und eine größtmögliche Flexibilität bei der Verwaltung von Lagerhaltungsstrategien, Soll-, Mindest- und Sicherheitsbeständen sind für die Optimierung der internen Logistik wie auch der Beschaffung unerlässlich.

Für eine langfristige Strategie ist es zudem essentiell, den Lagerumschlag zu verbessern. Wie Sie in 7 Schritten dies erreichen können, wird im folgenden Ratgeber erläutert:




White Paper : 7 Wege den Lagerumschlag zu erhöhen